Für Sie gelesen: Schalom - Zeitung des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten

Gesellschaft

Informativ, kritisch, anregend, aufklärend - lesenswert

Sie erscheint zweimal jährlich, ist für Mitglieder des Dorstener Vereins für jüdische Geschichte (…), der auch als Herausgeber zeichnet, kostenlos. Schalom, der Titel kann als Begrüßungsformel, ebenso wie für den Wunsch nach Frieden und Wohlergehen interpretiert werden. Die aktuelle Ausgabe, professionell geschrieben, gesetzt und gedruckt, weitet den Blick und hilft Missverständnisse über „das Judentum“ zu beseitigen. Eingangs zwei Überschriften, die den Leser neugierig auf die Antworten machen. „Was tun wir hier eigentlich?“ und „Wozu jüdische Museen?“ Häufig wird die Besucher-Erwartung, dass ausschließlich die schreckliche deutsche Vernichtungsgeschichte thematisiert wird, nicht erfüllt. Statt dessen wollen die Museumsmacher parallel auch das jüdische Leben der Gegenwart abbilden. Konzerte, Theaterproduktionen, Filme, literarische Lesungen, Bilderausstellungen - die jüdische Kultur ist vielschichtig. Und das Museum in Dorsten setzt genau hier an und ist daher mehr als nur ein Mahnmal. Die Zeitschrift gibt auch Einblicke zu selten gezeigten Museumsstücken und berichtet über den verzweifelten Versuch, eine Synagoge in Detmold vor dem Abriss und dem Gelände-Zugriff Rechtsradikaler zu bewahren. Hochinteressant der Bericht, Polizisten, die leider immer noch jüdische Einrichtungen beschützen müssen, über jüdische Geschichte, Kultur und Religion fortzubilden. Mit einem herzlichen Schalom und der Bitte, einfach mal ein Besuch im Dorstener Museum einzuplanen, endet diese kurze Reise durch eine spannende Zeitung.

Ein Rhader blättert in „Schalom - April 2023, Nr. 92“

 
 

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