Reflexhafte Reaktion kann auch als verpasster Einstieg in Friedensverhandlungen gewertet werden
Dass Gerhard Schröder, Sozialdemokrat und Ex-Kanzler und der russische Diktator Putin Freunde sind, verstört und irritiert nach wie vor viele Menschen in unserem Land und darüberhinaus. Schröder (82) lebt seitdem relativ isoliert, ein gefragter Elder Statesman ist er nie geworden. Hier und da mal ein Interview, dessen Tenor sich aber nie geändert hat. Er räumt zwar ein, dass Putins Krieg gegen die Ukraine völkerrechtswidrig ist, hält aber die andauernde Isolation Russlands für einen Fehler. Wahr ist aber auch, dass alle Versuche westlicher Politiker, den Gesprächsfaden mit Putin nicht abreißen zu lassen, brüsk verweigert wurden. Unvergessen die riesige Tisch-Distanz beim letzten persönlichen Gespräch zwischen Putin und Kanzler Olaf Scholz (SPD) in Moskau. Putins Motiv so arrogant aufzutreten, war seinem Glauben geschuldet, die „Spezialoperation Ukraine“, so nebenher gewinnen zu können. Eine Fehleinschätzung. Nun hat Putin angedeutet, dass ein Ende des Konflikts möglich sei. Er hat dazu vorgeschlagen, Europa möge Gerhard Schröder als Vermittler zwischen seinem Land und der Ukraine akzeptieren. Die schnelle Ablehnung der EU, man lasse sich nicht diktieren, wer als Vermittler infrage kommt, will nicht richtig einleuchten. Müsste nicht jede Gelegenheit genutzt werden, um den Einstieg in den Ausstieg des Krieges einzuleiten?
Nachdenkzeilen aus Rhade