Der Widerspruch kann nicht größer sein
Ein Blick in die Tageszeitung zwingt, das globale Finanzwesen kritisch zu hinterfragen. Während hier eine gewählte Regierung wegen einer überschaubaren Millionenlücke im Haushalt gestürzt wird, scheinen alle Regierungen um uns herum ein ganz anderes Verständnis von Finanzen und Haushaltsführung zu haben. Während dort in die Zukunft investiert wird, stürzen hier marode Brücken ein, weil wir an der Substanzerhaltung sparen. Wir lesen, dass dort hunderte Milliarden Dollar in künstliche Intelligenz investiert werden. Wir dagegen sind nicht in der Lage, einige Millionen Euro zur Entschuldung unserer kommunalen Haushalte aufzubringen. Wir hören täglich, dass unsere Wirtschaft lahmt. Wir sehen parallel, dass die Börse ein „Jahrhunderthoch“ nach dem anderen feiert. Wie passt das zusammen? Ist das noch seriös oder doch schon Teilhabe am globalen Pokerspiel? Zurück zur Bundespolitik. Christian Lindner hat sich mit seiner FDP nach mehr Anerkennung in der Ampel-Koalition gesehnt. Sein Pokern in der Haushaltsfrage diente nur dem einen Ziel, Parteipolitik höher zu hängen als das Wohl des Landes. Er, der sich etwas mehr Musk (USA) und Milei (Argentinien) wünscht, hat seinen Kompass verloren und Deutschland in eine Krise gestürzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass seine FDP am 23. Februar für sein unseriöses Taktieren abgestraft wird, ist hoch, aber absolut nachvollziehbar. Dass die Schuldenbremse nach der Wahl reformiert wird, ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.
Nachdenkzeilen aus Rhade