Eine Anregung für alle Politiker auf allen Ebenen
Vor vielen, vielen Jahren fand ich eine Zeitungsnotiz, die, ausgeschnitten, noch immer ihren festen Platz auf meinem Schreibtisch hat. Drei Worte, aber unmissverständlich. „Ich höre zu - Telefonnummer xxx“. Die Adressaten des Inserenten sollten wohl nicht Politiker, sondern Menschen wie Du und ich sein, die sorgenvoll in die Zukunft blicken. Vielleicht wegen einer Krankheit, einer Kündigung, einer Trennung, drohender Verarmung, Streit in der Familie … Es gibt so viele Gründe, die ohne einen verständlichen Zuhörer zur Verbitterung und Vereinsamung führen. Nun wechsele ich die Ebene bewusst zur Politik. Dort dominiert i. d. R. nach wie vor die sogenannte Frontalinformation. Ich verstehe darunter, dass der vor mir stehende Politiker, egal aus welcher Partei, egal ob auf der kommunalen Ebene oder als gewählter Abgeordneter, zwar genau weiß, was er (oder sie) will, aber nicht, was mich runterzieht. Klar gibt es positive Ausnahmen, auch in unserer Stadt. Aber welcher Politiker verstehen will, warum gerade zunehmend Populisten bei Wahlen zulegen, der sollte meine alte, aber ewig junge Zeitungsnotiz kopieren, um sich ab morgen bei seinem Tun daran zu erinnern.
Dirk Hartwich - ein persönlicher Wochenendkommentar