Ist „SchMerz lass nach“ die Lösung?

Bundespolitik

CDU demontiert Kanzler und sorgt für Instabilität

Bisher waren es häufig Sozialdemokraten die ihr Führungspersonal beim ersten Gegenwind begannen, selbstzerstörerisch zu kritisieren und eine Nachfolgediskussion zur Unzeit lostraten. Begleitet von Medien, die ihre klammheimliche Freude an kostenlos gelieferten Überschriften auslebten. Das hat bei den so Herabgewürdigten Verletzungen hervorgerufen und nicht selten zur Aufgabe geführt. Nun sind es die Christdemokraten, die ihre Personal-Abwärtsspirale nach dem gleichen Muster in Gang gesetzt haben. Friedrich Merz, der sich als Oppositionsführer darin gefiel, den amtierenden Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Vorgängerin Angela Merkel (CDU) mit Häme zu überziehen und selbst vor falschen Behauptungen nicht zurückschreckte, „Fritze erzählt gern Tünkram“, wird nun selbst demontiert. Persönlich und als höchster Regierungsamtsträger. Klammheimliche Freude ist nicht angebracht. Deutschland und Europa stehen vor gewaltigen Herausforderungen, den Reformstau früherer Jahrzehnte, die schwarze Null lässt grüßen, aufzulösen. Neben milliardenschweren Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur müssen auch „alte Zöpfe“ abgeschnitten werden. CDU- und SPD-Basis hadern gleichermaßen, dass ihre Wahlversprechungen nicht 1:1 umgesetzt werden (können). Den Frust darüber bekommen „die da oben“ täglich serviert. Wer aber glaubt, dass das Wortspiel „SchMerz lass nach“, alle Probleme löst, ist auf dem Holzweg. Im Gegenteil, ein erzwungener Rücktritt des Kanzlers würde eine unkalkulierbare innenpolitische Krise auslösen, die die Regierungstür für Parteien, die unsere gelebte Demokratie verachten, ein Stück weiter öffnet.

Nachdenkzeilen aus Rhade

 
 

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