Jugend bildet „Große Koalition“ in Dorsten

Kommunalpolitik

Großer Zuspruch beeindruckt Besucher, Kandidaten und Organisatoren

Die Jugendorganisationen der Parteien SPD, CDU und FDP haben gezeigt, wie man das macht. Ohne Berührungsängste haben sie sich zusammengesetzt, um Kommunalpolitik für junge Leute, Erstwähler waren besonders angesprochen, verständlich zu machen.

Unter dem spektakulären Titel „Kandidatengrillen“, mussten die Bürgermeisterkandidaten, Michael Baune (SPD), Thomas Boos, (FDP), Tobias Stockhoff (CDU) und Wilhelm Zachraj (Linke) Farbe bekennen.

Gefragt waren statt Langatmigkeit, kurze knappe Antworten auf vorbereitete Fragen. Und damit es noch einfacher wird, waren die 4 aufgefordert nur mit JA oder NEIN zu antworten.

Ergänzende, kurze 30-Sekunden-Statements rundeten das Bild „Wer wird neuer Bürgermeister?“, entsprechend ab.

Stefan Diebäcker, Redaktionsleiter der Dorstener Zeitung führte durch die Veranstaltung.

Beeindruckend der Einstieg von den Jugendorganisationen. Und hier hinterließen die JUSOS den nachhaltigsten Eindruck. Philip Grabowski, Eva-Maria Slaghekke und Swen Coralic erläuterten verständlich die Aufgabenfelder eines Bürgermeisters, des Stadtrates, des Kreistages und des Europaparlaments. Bekanntlich wird am 25. Mai viel mehr als ein neuer Dorstener Bürgermeister gewählt.

Welchen Eindruck haben die vier Bürgermeisterkandidaten vermittelt?

  • Michael Baune, souverän, klar in der Sprache und Gestik, hat überzeugt.
  • Thomas Boos, etwas hektisch, zu schnell sprechend, ein Hauch von Arroganz weht bei ihm immer mit.
  • Tobias Stockhoff versuchte mehrfach seine fehlende Berufserfahrung mit Hinweisen auf sein bisheriges Dorstener Engagement zu verteidigen.
  • Wilhelm Zachraj, ohne Illusionen gewählt zu werden, hätte offensiv sein können, spielte eigentlich nur mit.

Und besonders interessant:

Vergleicht man die Antworten aller Kandidaten, fällt unübersehbar ins Auge, dass so ganz viel politischer Spielraum in Dorsten nicht vorhanden ist. Bleibt also die Frage nach der entscheidenden Sympathie der Bürgermeisterbewerber. Legen wir mal die Parteibrille ab:

Wilhelm Zachraj scheidet aus. Thomas Boos versucht manchmal krampfhaft schlagfertig und sympathisch zu sein, schafft es aber nicht, den Eindruck des Besserwissers abzulegen. Tobias Stockhoff ist eine interessante Person. Er hat bisher bewiesen, dass er ein agiler Parteipolitiker für die CDU ist, seine Bemühung, jetzt für alle Bürgerinnen und Bürger da sein zu wollen, wirkte aber aufgesetzt und dadurch unglaubwürdig. Bleibt also Michael Baune. Er signalisiert: „Ich kann das und will das auch“. Sein Vorteil, eine Verwaltung der Dorstener Größenordnung auch führen zu können, ist durch seinen beruflichen Werdegang gewährleistet.

Qual der Wahl?

Ja, einfach ist es nicht. Die in großer Zahl anwesenden jungen Leute werden aber nicht enttäuscht nach Hause gegangen sein. Kommunalpolitik braucht dringend diese engagierte Jugend. Eine Veranstaltungsform, die junge Menschen anspricht. Jetzt müssten sie noch aktiv mitmachen. Dann wäre Dorsten auf dem besten Weg, sich selbst aus der politischen Lethargie zu befreien.

 
 

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