Jugend: Wer am falschen Ende spart muss sich nicht über Kostenexplosion wundern

Familie und Jugend

Engagiert und kenntnisreich: Michael Baune

Wir müssen viel mehr tun - Es geht um unsere Zukunft

Am Sonntag trafen sich die Mitglieder des Rhader Fördervereins Jugend.
Es ist immer noch eine viel zu kleine Gruppe, die erkannt hat, dass viel mehr als bisher für unseren Nachwuchs getan werden muss.
Dennoch verdient die Jugendheimarbeit im Carola Martius-Haus größte Anerkennung und Unterstützung.
Parallel wird zur Zeit in unserer Stadt darüber diskutiert, dass die Kosten für Jugendhilfe explodieren. Hier wird wieder einmal deutlich, dass vordergründiges Sparen bei der Jugend- und Familienunterstützung, am Ende viel teurer wird.
Michael Baune, Bürgermeisterkandidat, „Wir Bürger meistern das“ und ein Fachmann auf dem Gebiet der vorbeugenden Jugendarbeit, hat dazu eine bemerkenswerte Stellungnahme abgegeben.

Michael Baune: „Die Kostenexplosion ist teilweise hausgemacht.“

„Keine Frage, Kosten hin oder her. Wenn es um den Schutz von Kindern geht, kann und darf die Stadt nicht wegschauen, dann muss unverzüglich gehandelt werden. Gut, dass dies so ist“, bekräftigt der Kandidat, der allerdings die in der Presse zitierte „Ratlosigkeit“ von Politik und Verwaltung angesichts der Kostenexplosion nicht nachvollziehen kann.
Zumindest langjährige Jugendpolitiker müssten wissen, so Baune weiter, dass im Dorstener Stadtteil Barkenberg vor Jahren ein Konzept entwickelt und umgesetzt worden sei, das nachweislich zu Kosteneinsparungen von jährlich zwischen 60 und 100tausend Euro geführt habe: „Neben dem pädagogischen war der finanzielle Erfolg derart deutlich, dass selbst die Gemeindeprüfungsanstalt seinerzeit anmahnte, man möge dieses Modell auf alle Dorstener Sozialräume übertragen,“ erklärt Baune, selbst Betriebsleiter des LWL-Jugendhilfezentrums.

Fakt ist, dass daraufhin auf der Grundlage des erfolgreichen Barkenberger Modells ein Jugendhilfekonzept flächendeckend für ganz Dorsten entwickelt wurde. Allerdings mit einem gravierenden Unterschied, wie Baune anmerkt: „Gegenüber dem Original wurde die personelle Ausstattung der Stadtteilteams verringert, was die präventive Arbeit nur noch in weitaus geringerem Umfang möglich machte.“ Damit sei ein wesentliches Erfolgsrezept des Barkenberger Modells „klammheimlich gekippt“ worden.
„Das jetzt die Kosten für Jugendhilfe aus dem Ruder laufen, ist also auch ein hausgemachtes Problem mit wenig Weitsicht.“
Statt „ratlos“ mit den anderen Städten des Kreises an einem Tisch zu sitzen, könnte Dorsten beispielgebend für andere Kommunen sein, ist Michael Baune überzeugt: „Die Jugendhilfe vor Ort war auf einem hervorragenden Weg. Es ist allerhöchste Zeit für eine fachlich einzuleitende Wende, die auch die Stadtkasse spürbar entlasten würde. Die Konzepte dazu verstauben derweil in den Schreibtischen des Jugendamtes.“em>

 
 

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