KI - Philosoph Thomas Metzinger räumt mit falschen Träumereien auf

Gesellschaft

Das Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung rüttelt den Leser durch

Er forscht seit Jahrzehnten zum Thema. Bereits 1987 lautete sein erstes Seminar am philosophischen Institut in Frankfurt: „Künstliche Intelligenz und Philosophie“. Nun hat Prof. Thomas Metzinger im ausführlichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung Klartext über die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz KI gesprochen und die positiven Vorstellungen vieler Zeitgenossen auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse seiner Forschung ernüchtern den Leser. Im Kern geht es nämlich um die Frage, wer am Ende der technologischen Entwicklung das Heft des Handelns in der Hand hat. Sind es die explosionsartig selbstlernenden Rechenmaschinen, oder ist der Mensch noch in der Lage, Kontrolle und Richtung vorzugeben? Hier kann aus Platzgründen unmöglich eine komplette Zusammenfassung des aufrüttelnden Interviews erfolgen. Daher einige unvollständige Thesen in Kurzform mit eigenen Formulierungen:

  • KI und Ethikrichtlinien? Werden als Pro-Argument von der Wirtschaftslobby verkauft, aber nicht eingehalten
  • Menschen-Fracking. Aufmerksamkeit wird durch KI industriell aus menschlichen Gehirnen herausgelöst und an Werbekunden verkauft
  • KI, die nur unsere „guten“ Werte verarbeitet, gibt es nicht. Auf Anforderung bietet sie, selbstlernend, immer auch Wege an, außerhalb unserer Gesetze eigenständig zu agieren
  • Eine „ausgebrochene KI“ kann nicht wieder eingefangen werden. Sie wird tausende Kopien im Internet verstecken
  • KI-Entwicklung muss dem kompletten demokratischen Prozess unterworfen werden. Europa muss sich für eine ethisch saubere KI entscheiden, mit der man weder ausgehorcht noch geistig versklavt wird

Fazit des Lesers: KI wird unser Leben revolutionär verändern. Wenn wir als Mensch dennoch die Kontrolle über unsere Entwicklung behalten wollen, müssen wir rote Linien festschreiben und sie konsequent einhalten. Ohne demokratische Kontrolle bleiben wir in unseren Träumen, mit KI wird alles gut, gefangen.

Rhader Wochenendgedanken auf Grundlage des Interviews in der Süddeutschen Zeitung (31.7.2026) „Unser Geist verändert sich“.

 
 

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