Wer die Finanzlage Dorstens (und fast aller Städte und Gemeinden in NRW) seit Jahrzehnten aufmerksam verfolgt, wird an einen nie enden wollenden Fortsetzungsroman erinnert. Es handelt sich aber nicht um eine ausgedachte Romangeschichte, sondern um bittere Realpolitik. Obwohl Deutschland eines der reichsten Länder ist, scheinen wir einfach nicht damit klar zu kommen, welche Pflichtaufgaben von wem bezahlt werden müssen. Immer fehlt Geld im Staatssäckel. Eigentlich ist es ganz einfach. Wer bestellt, bezahlt die Rechnung. Was so einfach klingt, verliert sich im bürokratischen Gestrüpp des Bundes, der 16 Bundesländer und der rund 11.000 Städte und Gemeinden Deutschlands regelmäßig. „Den letzten beißen die Hunde“ heißt es im Volksmund. Bezieht man diese Weisheit auf die Städte und Gemeinden, darf das als Volltreffer gewertet werden. Nun hat zum wiederholten Mal der Bund einige Milliarden locker gemacht, um den ver- und überschuldeten Städten und Gemeinden aus der Finanz-Bredouille zu helfen. Die nach einem besonderem Schlüssel errechnete Zuweisung erfolgt von oben (Bundes-Finanzministerium) nach unten (Länder-Finanzministerien). Diese nehmen dann die weitere Verteilung nach „ganz unten“ vor. Und erstaunlicherweise kommt dort nie das an, was von ganz oben versprochen wurde. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, nennt es ernüchtert der Geschäftsführer des Städtetages NRW. Wortgleich bestätigen das auch die Kommunalpolitiker in unserer Stadt und klagen über diese peinliche Endlosgeschichte eines reichen Landes.
Nachdenkzeilen aus Rhade