Kommunale Neuordnung nach fast 50 Jahren wirft Fragen auf

Kommunalpolitik


Der Rhader Wappen-Baumstumpf: Auch ein Symbol für misslungene Neuordnung?

Sonntagsgedanken aus Rhade

1975 war es soweit. Rhade wurde zu Dorsten-Rhade. Die Kommunale Neuordnung erfasste ganz NRW und somit auch unsere bisher selbständige Gemeinde. Landauf, landab wurden die damit verbundenen Verwaltungsvorteile in den Mittelpunk gerückt. Und in der Folge sollten natürlich auch alle Bürger profitieren. Schneller, höher, weiter und preisgünstiger, so der Verkaufsslogan, auch über NRW hinaus. Aber, das gehört zur Geschichte dazu, es gab auch Kritiker. Diese werden fast 50 Jahre danach durch über 30 bundesweite Studien in ihrer frühen Skepsis komplett bestätigt. Alle Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen:

  • Die Verwaltungen wurden nur geringfügig effizienter
  • Die Verschuldung der Kommunen stieg
  • Demokratiezufriedenheit und Wahlbeteiligung nahmen ab
  • Parallel ging die Beteiligung von Bürgern zurück
  • Populistische Strömungen nahmen zu
  • Der politischer Repräsentationsgrad in Dörfern sank
  • Arbeits- und Zeitaufwand der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker steigerte sich unzumutbar
  • Parallel steigender Einfluss der Verwaltungen
  • Fazit: Zwangsweiser Zusammenschluss hat mehr geschadet als genutzt. Freiwillige Zusammenschlüsse waren erfolgreicher.
  • Leser dieser Rhader Sonntagsgedanken werden erkennen, dass die Studien auch auf Dorsten und Rhade zutreffen. Das macht nachdenklich!

Grundlage der Sonntagsgedanken ist der Artikel „Klein kann besser sein“ in der Süddeutschen Zeitung am 22./23. Januar 2022

 
 

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