Mehr Diplomatie wagen

Gesellschaft

Rhader Gedanken zum Wochenende

Ein gemaltes Bild geht mir nicht aus dem Kopf. Es zeigt einen ukrainischen Ex-Soldaten ohne Unterschenkel im Schwimmbad beim Sporttraining. Es ist eine bedrückende reale Szene. Der Illustrator teilt in der Bildunterschrift mit, dass der so Gehandicapte beim Betrachten der ersten Skizze lachend fragt, ob er ihm nicht noch Unterschenkel und Füße zeichnen könne. Da bildet sich beim Leser ein dicker Kloß im Hals. Parallel zu dieser einzelnen Momentaufnahme wurde das Sportereignis „Invictus Games“ in Düsseldorf abgehalten. Ein sportliches Treffen von Soldaten, die im (Kriegs)Dienst schwerste Verletzungen erlitten haben. Ein beeindruckendes Engagement, sie „ins Leben“ zurückzuholen. Wer nun im jüngeren Geschichtsbuch blättert, kommt um die Erkenntnis nicht herum, dass Kriege in aller Welt immer unermessliches Leid auf allen Seiten verursachen. „Nie wieder Krieg“, heißt das Versprechen nach dem Ende eines bewaffneten Konflikts. Egal, wo er ausgetragen wurde. Und immer wieder wird beschworen, dass künftig Diplomatie der einzig funktionierende Schlüssel zum friedlichen Miteinander ist. Leider, so die aktuelle Lage, haben schwere Waffen das Heft des Handelns übernommen. Diplomatie liegt verwundet am Boden. Vielleicht könnte mal, von der UN ins Leben gerufen, eine „Olympiade der Diplomaten“ initiiert werden. Ein friedlicher Wettkampf aller Länder um allgemeine Werte und gegenseitigen Respekt.

Dirk Hartwich                

 
 

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