„Wer braucht noch die SPD?“

Gesellschaft

Öffentliche Fragestellung pendelt zwischen Schadenfreude, Mitleid und aufrichtiger Betroffenheit

Der deutschen Sozialdemokratie geht es schlecht. Die Wahlergebnisse der letzten Jahre und die aktuellen Umfragen signalisieren, dass es um die Existenz der ältesten Partei Deutschlands geht. 163 Jahre nach der Gründung wird im öffentlichen Raum immer häufiger nach dem aktuellen Standort der SPD gefragt. Blättert man in ihrem Programm, findet der interessierte Leser klare Positionen auf allen Politikfeldern. Um diese 1:1 umzusetzen, müsste sie von den Wählern die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten. Illusorisch, weil immer mehr Parteien um die Gunst der Wähler konkurrieren. In der Folge müssen Koalitionsregierungen gebildet werden. Das heißt, immer auch Kompromisse einzugehen. Das wiederum führt bei den Stammwählern zu Unmut. Die SPD, die sich ihrer demokratischen Verantwortung nie entzogen hat, kann momentan mit ihrer Regierungsbeteiligung im Bund überhaupt nicht punkten. Obwohl der Koalitionsvertrag, dem die Mitglieder zugestimmt haben, eindeutig die Handschrift der SPD trägt. Nun wird zusätzlich innerparteilich (wieder mal) die Führung infrage gestellt. Die bisherigen Wechsel, seit 1975 bis heute waren es 13, haben immer nur kurz Wirkung gezeigt. Dennoch ist es richtig, jetzt die eingangs gestellte Frage klar zu beantworten. Unser Land und unsere Gesellschaft brauchen die SPD! Nicht nur wegen ihrer sozialen Gerechtigkeits-DNA, sondern auch, um unsere Demokratie zu stabilisieren.

Nachdenkzeilen aus Rhade

 
 

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