Noch ein Kreativquartier auf der grünen Wiese
Eine lebendige, kreative Kulturszene gehört zu den wichtigsten Standortfaktoren einer Stadt. Dorsten kann hier etwas vorweisen. Mit großem Aufwand und noch größerem Presserummel wurde z. B. das ehemalige Zechengelände Fürst Leopold zu einem beeindruckenden Kreativ- und Begegnungsquartier um- und ausgebaut. Die angenommenen Besucherzahlen scheinen aber nicht erreicht zu werden. Ständig wechselnde Konzepte und enttäuschte Künstler sorgen für erste Fragezeichen. Jetzt ist das nächste Highlight geplant. Auf der grünen Wiese soll, nur für einen Sommer, ein Kulturtreffpunkt der besonderen Art entstehen. Der Polderpark am Kanal. Mitten drin das Herzstück, ein 600 Quadratmeter großer Pavillon. „Lesungen, Theateraufführungen, Tanz-Pervormances, Musik, Kreativworkshops …“, so die Dorstener Zeitung Anfang März, sollen viele Besucher auf die grüne Wiese locken. Im Prinzip eine gute Idee. Kulturangebote kann es nie genug geben. Wenn aber konkurrierende Konzepte sich gegenseitig die Besucher streitig machen, bleibt am Ende nur Leere. Denn das, was im Polderpark vorgesehen ist, sollte doch auch „auf Fürst Leopold“ laufen. Hoffentlich haben das die Macher des neuen Groß-Events bedacht. Skepsis, dass das alles parallel in Dorsten funktionieren kann, ist angebracht.
Ein kleiner Kommentar aus Rhade