Nicht das Erinnern, das Vergessen ist die Gefahr

Gesellschaft

Das Jüdische Museum in Dorsten ist 30

Richard von Weizsäcker, früherer Bundespräsident, hat mit seinem Zitat in der Titelzeile, ein wichtiges Vermächtnis hinterlassen. Ein Vermächtnis, die Nazi-Verbrechen der Vergangenheit nie zu vergessen und gesellschaftspolitisch alles zu tun, um eine Wiederholung unmöglich werden zu lassen. In Dorsten ist es der Geschichtsgruppe von unten, „Dorsten unterm Hakenkreuz“, zu verdanken, dass das lange (Ver)Schweigen in der Lippestadt, Mitte der 80er Jahre ein Ende nahm. Der Grundstein wider das Vergessen war gelegt. Mehrere Bücher erinnern daran, dass es eine Jüdische Gemeinde Dorsten gab und wie sie durch Demütigung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung, eliminiert wurde. Die Gedenktafel in der Wiesenstraße, von Schwester Paula gestaltet, legt davon Zeugnis ab. Und vor 30 Jahren wurde durch Johannes Rau, dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten, das Jüdische Museum Westfalen in der Lippestadt eröffnet. Daran erinnert ein spannendes kleines Buch, das, passend zum Jubiläum, 30 Exponate  des Museums vorstellt. Auf den ersten Blick unscheinbar, aber durch die exzellenten Begleittexte eine erhellende Hintergrundreise durch das jüdische Leben (und Sterben) in Deutschland und unserer Stadt. Die beeindruckende Broschüre ist im Jüdischen Museum Westfalen für nur 5 Euro zu erwerben. Ein wichtiger Baustein, sich zu erinnern und nie zu vergessen.

Dirk Hartwich   

 
 

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