„Nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im kompletten Frieden“

Bundespolitik

Worauf müssen wir uns einstellen?

Das o. g. Zitat, das Bundeskanzler, Verteidigungs- sowie Außenminister im Gleichklang aussprechen, nämlich dass Deutschland sich nicht mehr komplett im Frieden befindet, schürt Verunsicherung. Eine umfassende Begründung fehlt. Das trägt zu Missverständnissen bei. Klar ist, dass der kalte Krieg zurückgekehrt ist. Die Blockbildung, hier Freund, da Feind, hat nach Jahrzehnten der Entspannung die Oberhand gewonnen. Ausgelöst durch den russischen Diktator Putin, der das Völkerrecht gebrochen hat und zum Kriegstreiber mutiert ist. Seitdem regiert die Sprachlosigkeit, die gegenseitige Aufrüstung, die Provokation, die Kriegsgefahr. Auch die Sprache verändert sich. Aus verteidigungsfähig wird kriegsfähig. Die Wehrpflicht ist auf dem Weg, wiedereingeführt zu werden. Die Tageszeitung Ruhr Nachrichten titelt am 1. Oktober 2025, „Bereithalten für den Ernstfall“. Im Text werden die Kommunen aufgefordert, „Weichenstellungen für die Verteidigungsbereitschaft“ einzuleiten, so der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, das noch so heißt. In den USA wurde es inzwischen in Kriegsministerium umbenannt. Die Bürger sollen Lebensmittelvorräte anlegen. Was geht hier vor? Sprechen wir noch von der gleichen Lagebeurteilung? Mehr Offenheit der Regierung ist überfällig. Sonst breiten sich nämlich durch missverständliche Andeutungen lähmende Verunsicherung und Angst im Land aus. Das würde unsere Gesellschaft noch weiter „runterziehen“. Wir haben das Recht, die Wahrheit zu erfahren. Und die Regierung hat die Pflicht, uns reinen Wein einzuschenken.

Rhader Nachdenkzeilen am Wochenende

 
 

WebsoziCMS 3.9.9 - 007310942 -