NRW-Krankenhausreform: Warum Dorsten eine Chance verpasst hat

Gesundheit

Wer will etwas dagegen haben, wenn sich die krankenhausärztliche Versorgung allgemein verbessert? Wenn nur noch da fachärztlich behandelt wird, wo Erfahrung und Kompetenz gebündelt werden? Das sind absolute Pro-Argumente der Einwohner, der Klinik, des Personals und der Kommunalpolitik, die vorgebracht wurden, um für den kompletten Bestand des St. Elisabeth-Krankenhauses in unserer Stadt zu werben. Die vielfältigen, unterstützenden Demonstrationen der Stadtgesellschaft hätten aber mit der Einreichung eines gerichtlichen Widerspruchs abgesichert werden müssen. Genau das ist aber nicht erfolgt. Die Klinikleitung hat den Zeitpunkt verpasst, sich so nachdrücklich gegen Kürzungspläne besonderer Fachabteilungen, z. B. der Kardiologie, zu wehren. Die Hoffnung, dass unsere Rathausspitze mit bestem Zugang in die NRW-Regierungszentrale Düsseldorf den Rotstift verhindern kann, hat sich als Wunschdenken erwiesen. Nun sind wir in der Wirklichkeit angekommen. Während die Dorstener Zeitung am 2. April auf der ersten Seite im Titel von „längeren Wegen und mehr Qualität“ berichtet, ergänzt sie den Text mit dem Hinweis, dass „die Reform mit durchaus schmerzhaften Einschnitten für einzelne Krankenhäuser verbunden sei“. Dorsten lässt grüßen. Denn fast parallel zu dieser Meldung zitieren wir aus einer Beilage „Gesund im Vest“ der genannten Zeitung. Dort wird unter der Überschrift „Präzision fürs Herz“ eine neue Behandlungstechnologie am Elisabeth Krankenhaus in Recklinghausen vorgestellt. Das Besondere dieser Meldung ist, dass der dort behandelnde Facharzt in Dorsten, wahrscheinlich wegen fehlender Perspektiven und angekündigten Kürzungsplänen, seinen Arbeitsplatz von Dorsten nach Recklinghausen verlegt hat. Ein schmerzhafter Verlust. Nun wird immer klarer, warum Dorsten eine Chance verpasst hat, diese fortschrittlichste Behandlungsform des Herzens vor Ort zu erhalten und weiter zu entwickeln.    

Nachdenkzeilen aus Rhade

 
 

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