Konzessionsvertrag: Für die Stadt Dorsten besteht kein finanzielles Risiko
Am 30.11.2013 endet der Konzessionsvertrag zwischen der Stadt Dorsten und dem Stromkonzern RWE. Über das „Und dann“ wird derzeit in den zuständigen Ratsausschüssen beraten. Worum geht es dabei?
Grundsätzlich gilt:
Die Produktion von Strom und der Transport von Strom sind voneinander unabhängig. Theoretisch kann ein Unternehmen nur Strom produzieren, für den Transport zum Kunden „mietet“ er dann Leitungen. Ein Beispiel dafür sind alle privaten Hausbesitzer mit Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern.
Das Dorstener Stromleitungsnetz gehört RWE. Die Kabel sind (meistens) unterirdisch verlegt. Damit RWE auf städtischen Grundstücken seine Leitungen betreiben darf, zahlt der Stromkonzern jährlich eine Gebühr, die sog. Konzessionsabgabe.
Alle Details sind im Konzessionsvertrag geregelt. Jedes Jahr erhält die Stadt Dorsten 2,7 Mio. Euro von RWE. Diese Kosten werden auf die Stromrechnung jedes Kunden umgelegt, das heißt, die Konzessionsabgabe zahlt am Ende jeder Bürger in Dorsten. Und zwar ganz gleich, von wem er seinen Strom bezieht.
Konzessionsverträge gibt es nicht nur für das Stromnetz, sondern auch für andere Versorgungsnetze, z. B. für Wasser oder Gas.
Der aktuelle Strom-Konzessionsvertrag endet am 30.11.2013. Die Stadt Dorsten hat für die Zeit danach eine Reihe von Möglichkeiten: Sie kann den Vertrag mit RWE verlängern oder einen neuen Vertrag mit einem anderen Energieunternehmen abschließen. Möglichkeit 3 ist der Kauf des Leitungsnetzes durch die Stadt Dorsten. Entweder durch ein noch zu gründendes eigenes Stadtwerk oder durch eine Partnerschaft mit einem anderen Stadtwerk. Theoretisch kann auch jeder Nicht-Stromkonzern das Leitungsnetz kaufen. Der Betreiber eines Stromnetzes muß den Strom nicht selber herstellen, er ist nur der Transporteur. Für den einzelnen Dorstener Bürger ändert sich nichts. Er bleibt weiter Kunde seines gewählten Stromunternehmens, bei ihm geht kein Licht aus.
Auch für die Stadtkasse ändert sich nichts. Jeder Betreiber muß die Konzessionsabgabe entrichten. Finanziell ist es also für Stromkunden und Stadtkasse gleichgültig, für welche der oben geschilderten Optionen sich der Rat der Stadt Dorsten am Ende entscheidet.
Und niemand muß Angst haben, daß er nach dem 30.11.2013 keinen Strom mehr bekommt.
Wem das Dorstener Stromnetz einmal gehören wird, ist jedoch für andere Fragen ganz entscheidend: Wie wird der Strom der Zukunft produziert? Und wer erhält die Gewinne, die aus dem Betrieb des Stromnetzes entstehen?
Fortsetzung folgt - auch unter www.spd-dorsten.de