Überparteiliche Arbeitsgruppe zeigt auf, dass eine kommunale Energiewende in Dorsten notwendig ist.

Umwelt

Leserbrief einer überparteilichen Dorstener Initiative*
Kommunale Energiewende ist kein Dorstener Alleingang

Die öffentliche Diskussion über eine mögliche „Kommunale Energiewende – auch ohne Atomstrom“ ist eröffnet. Das ist gut so.
Unser 1. Ziel, die Bürger zu informieren und informieren zu lassen, wäre damit erreicht.

Die städtische Veranstaltung, die aufgrund unserer Initiative durchgeführt wurde, zeigte aber auch klar auf, dass die Reduzierung auf die Frage „Rechnet sich das?“, verkürzt gestellt ist.
Am Anfang eines Diskussionsprozesses muss eine umfassende Feststellung des Ist-Zustands, verbunden mit einer Potenzialanalyse stehen.
Dann folgt die Zielformulierung.
„Energie sparen – erneuerbare Energien fördern – Atomstrom ablehnen – zur Klimaverbesserung durch CO2-Einsparung beitragen“, ein kurzer Auszug aus einem möglichen Szenario, das inzwischen alle Parteien unterstützen (könnten).
Das Auslaufen des Stromkonzessionsvertrages birgt die Chance, eine gemeinsame Zielsetzung im Stadtrat zu verabschieden, die dann Grundlage für das weitere Handeln wäre.
Um die Chancen und Risiken, die sich für die Stadt ergeben könnten, richtig einzuschätzen, müssen Verwaltung und Parteien tief in das Thema einsteigen und die interessierten Bürgerinnen und Bürger mitnehmen.
Erleichtert wird ihnen das Ringen um den richtigen Weg durch die Landes- und Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und entsprechende Gerichtsurteile, die alle die Dezentralisierung der Energieversorgung unterstützen.
Unüberhörbar ist aber auch, dass in diesem frühen Stadium der Meinungsbildung versucht wird, eine Änderung des bestehenden Vertragsverhältnisses mit dem hiesigen Grundversorger (RWE) zu verhindern.
Falsche und irreführende Äußerungen gegenüber der Presse, flankiert mit entsprechenden Leserbriefen, haben auch das Ziel, Ängste und Verunsicherung zu schüren. Obwohl wir Verbraucher die komplette Konzessionsabgabe mit unserer Stromrechnung bezahlen, wird immer wieder „gestreut“, dass RWE der „Wohltäter“ sei.
Obwohl die vom Rat der Stadt beauftragte Beratungsfirma zu dem Ergebnis kommt, dass sich ein Kauf des Netzes auch für Dorsten rechnet, die Bundesnetzagentur sorgt mit begleitenden Vorgaben dafür, trägt die aufrecht erhaltene öffentliche Skepsis von maßgeblichen Ratsvertretern nicht zur versprochenen „ergebnisoffenen Prüfung“ bei.
Unsere Arbeitsgruppe „Kommunale Energie ohne Atomstrom“ hat 7 Ziele eines Umsteuerns genannt und die Wege dahin aufgezeigt.
Es handelt sich dabei nicht um einen „Dorstener Alleingang“, sondern um eine bundesweite, kommunale Bewegung, die eine nachhaltige, dezentrale Energiewende, auch ohne Atomstrom eingeleitet, und in vielen Bereichen bereits umgesetzt hat.
Wir wünschen uns eine Verwaltung, Parteien und Bürgerinnen/Bürger, die die Chancen für unsere Stadt annehmen und sich nicht ausschließlich von den Bedenken leiten lassen.

Arbeitsgruppe „Kommunale Energie ohne Atomstrom“
Wolfgang Baldauf, Dr. Horst Grothus, Rainer Walter, Dirk Hartwich

* Der Leserbrief wurde in Teilbereichen von der Dorstenr Zeitung
(Ruhr Nachrichten) veröffentlicht. Der hier eingestellte Beitrag entspricht der Originalfassung

 
 

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