Ohne Frieden ist alles nichts (3)

Gesellschaft

Dorstener Friedensbewegung setzte in den 80er Jahren viel beachtete Akzente - Eine Erinnerung

 

Um bewerten zu können, über was und wen in Dorsten im Jahrzehnt 1980-1990, durch die Friedensbewegung initiiert,  vehement öffentlich diskutiert wurde, soll die folgende unvollständige Aufzählung Zeugnis ablegen:

  • Gedenkveranstaltungen auf dem Marktplatz zum 8. Mai (Ende des zweiten Weltkriegs) mit mehreren hundert Teilnehmern.
  • Ausverkaufte Theateraufführungen in der St.-Ursula-Aula mit dem Ensemble Berliner Compagnie.
  • Beteiligung an der Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“, die erstmals über die NS-Verbrechen an den Dorstener jüdischen Bürgern die fassungslose Öffentlichkeit informierten. Band 1 einer Reihe von Publikationen zu diesem Thema wurde 1983 im Alten Rathaus präsentiert.
  • Mehrere Groß-Konzerte mit der lateinamerikanischen Musikformation Grupo Sal, kombiniert mit Lesungen des früheren nicaraguanischen Kulturministers und Priesters Ernesto Cardinal.
  • Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Rupert Neudeck und Cap Anamur sowie Schwester Paula, die als prominente Unterstützerin der ehrenamtlichen Seenotretter im Impressum der Organisation genannt wurde.
  • Beteiligung an Großdemonstrationen mit mehreren hunderttausend Teilnehmern in Bonn. Dazu wurden u. a. 7 Reisebusse für die Dorstener Teilnehmer gechartert.
  • Gedenkveranstaltungen zur Bombardierung Dorstens am 22. März 1945 auf dem Markplatz unter Beteiligung mehrerer Chöre und dem Posaunenchor der evangelischen Kirche.
  • Veranstaltungen zum Anti-Kriegstag jeweils am 1. September. Dazu wird u. a. der damalige Bezirkssekretär der KAB Lambert Lütkenhorst am 26.8.1989 in der WAZ-Dorsten so zitiert: „…, dass alle Glocken der katholischen Gemeinden läuten werden, zur Erinnerung daran, dass es nie wieder Krieg geben darf“.
  • Beteiligung an kommunalen Friedenswochen in der VHS, vielen Kirchengemeinden und Schulen.
  • Beteiligung an den städtischen Volkstrauertags-Gedenkveranstaltungen.
  • Beteiligung und Mitgestaltung des 9. Novembers, als NS-Reichspogromnacht in die Geschichtsbücher eingegangen.
  • Beteiligung an Ostermärschen.
  • Bildung einer Menschenkette vor der Muna, um auf dort vermutete Atomsprengköpfe der US-Armee aufmerksam zu machen.
  • Erinnerungsaktionen am 6. August, dem Tag des ersten Atombombenabwurfs 1945 auf die Zivilbevölkerung in Hiroshima/Japan.
  • Ausstellungen über die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki
  • Regelmäßige Infostände in der Altstadt.
  • Aufrufe und regelmäßige Teilnahme an Aktionen „Schweigen und Beten für den Frieden“.
  • Bürgeranträge zur kommunalen Friedenspolitik.
  • 9 Ausgaben einer eigenen Zeitung mit dem Titel FRIEDEN für Dorsten.

Dieser Aufsatz wurde im neuen Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten veröffentlicht und wird hier in mehreren Teilen vorgestellt. Autor: Dirk Hartwich

 
 

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