Pflegenotstand zwingt zum sofortigen Handeln

Gesellschaft

Bericht über Lembecker Altenheim ist kein Einzelfall

Die Dorstener Zeitung hat vor wenigen Tagen ein Problem aufgegriffen, dass unsere älter werdende Bevölkerung seit Jahren begleitet und zunehmend beschäftigen wird. Wer soll die außerhäusliche Pflege übernehmen, wenn die familiäre an ihre Grenzen gestoßen ist? Wer kann einen Heimplatz bezahlen und wieviel Geld soll das Pflegepersonal verdienen? Fragen, die besonders denen unter den Nägeln brennen, die die möglichen Antworten bislang verdrängt haben, nun aber eine Entscheidung treffen müssen. Aktuelle Berichte, wie über das Lembecker Altenheim, dass dort über zu wenig und häufig wechselnde Pflegekräfte geklagt wird, sind kein Einzelfall. In einem Berliner Pflegeheim hat eine verzweifelte Pflegekraft, deren Ablösung wieder nicht zur Arbeit erschien, den Notruf der Feuerwehr gewählt, weil die Heimleitung nicht erreichbar war. Offen wird nicht geklagt, um keinen Ärger mit dem Arbeitgeber zu bekommen. Wenn aber z. B. auf einer Station mit 20 Demenzkranken nachts und an Wochenenden nur eine Pflegekraft eingesetzt wird, dann ist ein unhaltbarer, sprich würdeloser Zustand gegenüber den Patienten erreicht. Dann muss Politik und Gesellschaft einschreiten. Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitsminister, hat zugesagt, mit einer Pflegereform nach der Sommerpause in die Offensive gehen zu wollen. Mehr Prävention, mehr Personal, mehr staatliche Zuschüsse, so in Kurzfassung der Lösungsansatz. Wir, die für Menschenwürde, Demokratie und Respekt eintreten, müssen die Reform unterstützen, damit nach der Ankündigung schnellste Umsetzung folgt. Das haben die rund 900.000 Menschen in fast 12.000 Pflegeheimen in unserem Land verdient.

Eigener Bericht auf Grundlage des DZ-Berichts „Angehörige beklagen Pflegenotstand in Altenheim nach Kündigungen“ vom 2.7.2024 und dem ZEIT-Bericht „Wie soll ein Einzelner das schaffen?“ vom 2.5.2024

 
 

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