Preiserhöhung frisst Einkommen auf

Gesellschaft

Wer wenig hat, ist besonders arm dran

Ein Blick auf den Supermarkt-Kassenbon zeigt regelmäßig, dass immer mehr Geld über die Theke geschoben werden muss, um das Lebensnotwendigste einzukaufen. Ein Mustereinkaufskorb mit ca. 35 Produkten, überwiegend  mit „guten und günstigen“ Eigenmarken gefüllt, konnte 2020 für 50 Euro erworben werden. Heute müssen dafür 73 Euro, also 46% mehr bezahlt werden. Dass ein vergleichbarer Einkaufskorb mit Markenprodukten „nur“ 29% teurer wurde, überrascht gewaltig. Ein Blick auf die Energiepreise, Dienstleistungen und den Wohnungsmarkt zeigt, dass auch hier deutlich tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden muss. Der offiziellen Inflationsrate, die scheinbar immer relativ niedrig daherkommt, müssen die Einkommenszuwächse gegenübergestellt werden. Und hier ist erkennbar, dass der bisherige Lebensstandard nur gehalten werden kann, wenn Ersparnisse vorhanden sind. Wer aber nicht sparen konnte, ist im wahrsten Sinne des Wortes arm dran und auf solidarische Unterstützung angewiesen. Die Schlussfolgerung lautet, dass jeder von seiner Arbeit ohne „Stütze“ leben muss. Dass soll als Plädoyer für starke Gewerkschaften und Parteien verstanden werden, die das Soziale in ihrem Namen führen. Eine „Alternative“ dazu gibt es in der sozialen Marktwirtschaft nicht. Und „liberales“ Sparen um jeden Preis führt die, die wenig haben, weiter in eine unwürdige Abwärtsspirale.

Rhader Wochenend-Zwischenruf auf Grundlage des ZEIT-Berichtes „Darf’s ein bisschen weniger sein?“ vom 6. Juni 2024

 
 

WebsoziCMS 3.9.9 - 004681041 -