In Münster trafen sich Befürworter und Gegner zum Meinungsaustausch
Die Akademie Haus Hitze in Münster war der Schauplatz einer spannenden Diskussion über das Bohren nach Gas in unserer Umgebung. Fracking, so der inzwischen geläufige Begriff, bringt Bürger auf die Palme und die Gasindustrie zum Schwärmen.
Auf der einen Seite verteidigte Norbert Stahlhut von Exxon Mobil das Verfahren, bei dem unter hohen Druck Wasser, Sand und Chemikalien in Bohrloch gepresst werden, um das Gas „zum Fließen“ zu bringen. „Keine Gefahr für die Umwelt“, so kurz sein Fazit.
Wichtigster Gegenpart der mächtigen Öl- und Gasindustrie sind die heimischen Wasserversorger. Ulrich Peterwitz von der Gelsenwasser AG, zeigte anhand der USA auf, dass Fracking nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sei. Verwüstete Landschaften und irreparabel verseuchtes Grund- und Trinkwasser sind eine Bilanz, die zur Vorsicht geradezu herausfordert. Allein mit den in Niedersachsen eingesetzten hochgiftigen Chemikalien, hier wird schon fleißig „gefrackt“, wäre das das Wasser der Halterner Sande, im Falle einer Störung, unwiederbringlich verseucht, sprich, vergiftet.
Dass die direkten Anlieger der „Bohrinseln„ in Deutschland in großer Sorge sind, verdeutlichte eindrucksvoll Markus Knäpper, der sich inzwischen in der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren“ engagiert. Unterstützt von Stefan Henrichs, der mit einem selbst gedrehten Film am Bohrloch von Exxon Mobil in Drensteinfurt den Vertreter des Betreibers in Erklärungsnot stürzte.
Die Vertreter der politischen Parteien, angeführt von Frank Schwabe, SPD-MdB, sowie Michael Kauch, MdB-FDP, Oliver Krischer, MdB-Bündnis 90, Dr. Michael Paul, MdB-CDU beteuerten alle, dass es keine Gefährdung der Bewohner und der Natur geben dürfe. Dennoch war nicht zu übersehen, dass es große Unterschiede in der Bereitschaft gibt, mit Fracking Geld zu verdienen.
Am Ende der Veranstaltung war dem kritischen Betrachter klar, dass noch viel Aufklärungsarbeit nötig sein wird, um Fracking in Deutschland ein für alle Mal zu verbieten. Frankreich gilt hier als Vorbild.
Eine gute Gelegenheit besteht dazu am 16. Februar. Dann nämlich veranstaltet die Dorstener SPD eine hochkarätige Informationsveranstaltung in Dorsten Wulfen, Aula Gesamtschule um 19.30 Uhr, unter dem Titel: Tanz auf dem Vulkan - Das Spiel mit dem Feuer.
Jürgen Heinisch