
Gastbeitrag von Rüdiger Kühn*
Nicht nur die Enzyklika „Magnifica humanitas“ macht deutlich, dass wir Demokraten eine besondere ethische Verantwortung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz tragen. KI ist weder grundsätzlich gut noch böse. Ihre Wirkung hängt davon ab, nach welchen Werten wir sie entwickeln, finanzieren, regulieren und nutzen. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass Technik den Menschen ersetzt oder Entscheidungen übernimmt, die Mitgefühl, Gerechtigkeit und Verantwortung erfordern.
Wir Demokraten warnen vor der Konzentration von Macht und Daten in den Händen weniger Technologiekonzerne und Tech Oligarchen, sowie vor Manipulation, Desinformation, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung. Wir fordern klare gesetzliche Regeln, unabhängige Kontrolle, Transparenz und eine umfassende ethische Bildung. Besonders sensibel sind der Einsatz von KI bei Entscheidungen über Arbeit, Kredite oder gesellschaftliche Teilhabe sowie die Entwicklung autonomer Waffensysteme.
Gleichzeitig betonen wir die Chancen der KI für Medizin, Bildung und gesellschaftlichen Fortschritt. Voraussetzung ist jedoch, dass ihre Entwicklung den Menschenrechten, der sozialen Gerechtigkeit, dem Gemeinwohl und der Bewahrung der Schöpfung dient. Auch die ökologischen Folgen des hohen Energie- und Ressourcenverbrauchs müssen berücksichtigt werden.
Unser Ziel ist eine menschenfreundliche Digitalisierung: Nicht die KI soll den Menschen beherrschen, sondern wir müssen ihre Entwicklung demokratisch gestalten, damit Freiheit, Menschenwürde und Demokratie gestärkt werden.
*Rüdiger Kühn (SPD) aus Wulfen-Barkenberg engagiert sich seit Jahrzehnten auf vielen Ebenen der Dorstener Stadtgesellschaft und darüberhinaus.
Vergleiche die KI-Beiträge auf dieser Internetseite: „KI in aller Munde“ vom 19.06.2026 und „KI in der Stadtverwaltung“ vom 25.06.2926. Wird fortgesetzt.