Bürgerbeteilung war ein wichtiges Thema in Rhade - Immer schon
Premiere mit wenigen Besuchern
Tobias Stockhoff, seit einigen Monaten Bürgermeister der Lippestadt kam gestern nach Rhade, um zuzuhören und Fragen zu beantworten. „Bürgermeister vor Ort“ nennt er seine Rundreise durch Dorsten. Eine gute Idee, die mehr Zuspruch verdient hätte. Es waren nämlich nur ca. 10 Interessierte, die den Weg ins Rhader Heimathaus gefunden haben. Dafür konnten aber in den angesetzten 90 Minuten viele Themen angesprochen und Anregungen ausgetauscht werden. Dass der Bürgermeister den Zeitrahmen deutlich überschritt, zeigt, dass er sich Zeit nahm und sehr ausführlich auf alle Hinweise einging. Die desolate Dorstener Haushaltslage zwingt aber auch ihn, mehr Goodwill zu machen, als Zusagen zu verkünden. Ein Dilemma, das alle Kommunalpolitiker gleichermaßen einengt.
Die angesprochenen Themenfelder (verkürzt):
- Urbanusschule: Fenster kaputt, Toiletten eine Zumutung.
Antwort: Hochbaukommission wird besichtigen und Prioritätenliste für Sanierung aller Schulen erstellen.
- Lembecker Straße: Fehlende Trennung Geh- und Radweg von Fahrbahn zwischen Stuvenberg und Bahnlinie.
Antwort: Erste Sicherungsmaßnahmen erfolgt.
- Trampelpfad hinter Geschäftszentrum: Hier fehlt ein ordentlicher Zugang.
Antwort: Vielleicht kann mit einer Ladung Schotter Zustand verbessert werden.
- Fehlender Übergang Höhe Mantra: Senioren könnten Ruhezone Mühlenteich nutzen.
Antwort: Zuständigkeit des Kreises. Problem wird noch einmal geprüft
- Kindergarten Stuvenberg: Warum Umbau- und Sanierungsmaßnahme an diesem maroden Gebäude?
Antwort: Neubau wäre teurer geworden. Alle Baumaßnahmen sollen bis 2016 (!) abgeschlossen sein.
- Alter Sportplatz: Wann wird Fläche bebaut?
Antwort: Aufstellung Bebauungsplan erfordert noch Zeit. Wohnbebauung aber nötig. Nachfrage ist in Rhade da.
- Beschilderung A31: Falsche Schilderstellung für Abfahrt nach Raesfeld (Problem seit Jahren bekannt), falsche Aufstellung für Schild Hohe Mark - Westmünsterland
Antwort: Sachverhalt bekannt. Hinweisen wird nachgegangen
- Kreditaufnahme Schweizer Franken: Müssen Dorstener Bürger sich auf neue Finanzprobleme der Stadt einstellen?
Antwort: Sehr ausführlich. 85 Mio. Kredite in Schweizer Franken. Auswirkung in der Bilanzbewertung am Ende des Jahres. Niedrige Zinsen haben in Vergangenheit Gewinn gebracht. Rat wird beteiligt wenn erste Rückzahlungstermine anstehen. Keine gute Lage, aber keine schlaflosen Nächte.
- Künftige Bürgerbeteiligung: Könnte eine „Rhade Konferenz“ wie in Wulfen die Bürgerbeteiligung vor Ort fördern?
Antwort: Wenn aus Rhade entsprechende Signale kommen, wird sich die Stadt beteiligen.
Vorankündigung: In den nächsten Tagen folgt an dieser Stelle eine politische Bewertung des Bürgermeisterbesuchs und seiner Antworten in Rhade