
Eine gute Idee? – Eine kritische und sehr persönliche Anmerkung (Teil 1)
Obwohl es einen gültigen Rhader Rahmenplan gibt, will die Stadtverwaltung die Bürger zum wiederholten Mal fragen, was, wann, wo und wie verbessert werden sollte. „Im Prinzip gut, aber in diesem Fall überflüssig, weil die vielen vorhandenen Dokumente so aussagekräftig sind, dass „morgen“ mit der Umsetzung begonnen werden kann“, so der Tenor eines Offenen Briefes an Verwaltung, Stadtrat und Rhader Bürgerforum. Der Schriftwechsel zwischen Dirk Hartwich mit der Verwaltung wird hier in mehreren Teilen veröffentlicht und soll zur Diskussion untereinander anregen. Heute Teil 1:
Sehr geehrter Herr Thiehoff, sehr geehrte Mitglieder des Bürgerforums Rhade und der Porte Lembeck,
ich wähle heute die respektvolle Sie-Form, um dem Schreiben eine besondere Bedeutung beizumessen, und hoffe, Sie so zu „erreichen“. Ihr ehrenamtliches Engagement, Rhade und Lembeck weiterentwickeln zu wollen, verdient sehr hohe Anerkennung und uneingeschränkten Dank. Sie wurden ausgewählt, oder haben sich freiwillig gemeldet, um in einer, von der Verwaltung organisierten Arbeitsgruppe, sogenannte Workshops vor Ort mit Bürgerbeteiligung vorzubereiten. Eine gute Idee, die ich mit einigen Anmerkungen begleiten möchte. Mein Ziel ist, Sie zu bitten, das bereits vorhandene „Material“ zu lesen und zu studieren. Es wird Ihnen nicht nur entscheidend helfen, die angestoßene „Integrierte Dorfentwicklung Rhade und Lembeck“ zu verstehen, sondern Sie in die Lage versetzen, die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.
Rhade und Lembeck sind seit 1975 Stadtteile von Dorsten. Seit dieser Zeit gab es mehrere Arbeitsgruppen und externe Planungsbüros, die genau das, was Sie jetzt begleiten und steuern sollen, bereits erarbeitet und dokumentiert haben.
- Ich erwähne hier z. B. die renommierten Dorstener Planungsgruppen „Grosche – Börner – Stumpfl“ sowie „Funke – Ludes – Zschoch“, die 1975/1976 im Auftrag des Stadtrates und der Verwaltung sieben sogenannte Hefte zur Stadtentwicklung erarbeitet haben. Auf über 450 DINA-4-Seiten wird das Zusammenwachsen der neuen Stadt Dorsten mit Rhade und Lembeck genauestens analysiert und Zielvorgaben dokumentiert. Die Zustimmung des Stadtrates war parallel der Auftrag an die Stadtverwaltung, diese Erkenntnisse umzusetzen.
- 1992 wurde der Wulfener Architekt und Stadtplaner Peter Broich vom Stadtrat beauftragt, einen ersten Rhader Rahmenplan zu erarbeiten. Der Bezirksausschuss Rhade / Lembeck, der 1975 gebildet und ab 1998 ersatzlos eingespart wurde, begleitete die exzellente Zukunftsarbeit von Peter Broich intensiv. Er hat übrigens die zuvor erwähnten Stadtentwicklungshefte als wesentliche Grundlage seiner Arbeit genutzt. Der Beschluss des Bezirksausschusses, und folgend des Stadtrates, war dann wiederum Auftrag an die Stadtverwaltung, das Dokumentierte umzusetzen.
- 2012/2014 folgte dann der 2. Rhader Rahmenplan. Er wurde intensiv mit Bürgerbeteiligung entwickelt. Interessant ist, besser wäre die Formulierung nicht überraschend ist, dass der 1. und 2. Rhader Rahmenplan sich nicht unterscheiden, sondern gegenseitig ergänzen und bestätigen. Diesmal auf über 50 DINA-4-Seiten. Zu erwähnen ist auch, dass dieser Plan ebenfalls einstimmig vom Rat verabschiedet wurde und der Verwaltung zur Umsetzung aufgegeben wurde.
- 2014 haben Rhader und Lembecker Bürgerinnen und Bürger das EUProjekt LEADER mit guten Ideen begleitet. Auch wenn unser ländlicher Raum nicht als förderungswürdig bewertet wurde, lautete die Botschaft der Verwaltung, die Umsetzung selbst in die Hand zu nehmen.
- Bevor ich schließe, möchte ich noch darauf hinweisen, dass es zwei weitere städtische Dokumentationen gibt, die für Rhades und Lembecks Zukunft eine wichtige Botschaft beinhalten. Neben dem Dorstener Klimaschutzkonzept, wartet auch das Dorstener Demographiekonzept auf systematische Umsetzung.
- In Zusammenarbeit mit dem KVR, heute RVR wurden vor der Jahrtausendwende die Rhader Land- und Gastwirte an einen Tisch gebeten, um mit der Verwaltung und unseren Bezirksausschussmitgliedern ein Zukunftskonzept zu entwickeln, das heute Tourismuskonzept heißt. Auch diese gemeinsam erarbeiteten Erkenntnisse wurden dokumentiert, um Schritt für Schritt umgesetzt zu werden.
Meine Anregung lautet ...
Fortsetzung folgt morgen