Sollten sich die Kirchen im Wahlkampf klar positionieren? (Teil 2)

Gesellschaft

Ein Kommentar von Dr. Hans-Udo Schneider

Gerechtigkeit und Frieden zählen zu den Kernbereichen des christlichen Glaubens. Ohne Gerechtigkeit keinen Frieden, weder im Inneren noch im Äußeren und ohne Frieden geht Gerechtigkeit verloren. Deshalb konnte der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann – ein frommer Mann – sagen: „Der Frieden ist der Ernstfall“. Kommt es zum Krieg, dann haben wir den Ernstfall nicht bestanden. Das lässt sich auch am Krieg in der Ukraine aufzeigen.

„Selig sind die Friedensstifter“- so heißt es in der Bergpredigt im Neuen Testament. Die Kirche als Institution und die vom christlichen Glauben überzeugten Menschen haben die unverzichtbare Aufgabe, die Sehnsucht nach Frieden wachzuhalten, Verhandlungen einzufordern, das Wettrüsten anzuklagen, Wege zum Frieden aufzuzeigen. Wie das geht, zeigte vor wenigen Tagen die Bischöfin der anglikanischen Kirche (Mariann Budde) im Rahmen der Amtseinführung von Trump. Mutig und mit klaren Worten stellte sie sich dessen Hetze und Diffamierung von Menschen entgegen und zeigte worauf es ankommt: Mitgefühl und Solidarität.

Dr.Hans-Udo Schneider, Pfarrer, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut kandidierte 2009 für das Bürgermeisteramt in Dorsten. Er wurde dabei von der SPD und den Grünen unterstützt.

 
 

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