Ist ein Befreiungsschlag in Sicht?
Die negativen Meldungen über die Lage der SPD entwickeln immer mehr eine fatale Eigendynamik. Selbst positive Nachrichten werden solange hin- und hergewendet, bis die Skepsis überwiegt. Die sozialdemokratische Basis ist total verunsichert. Diese Verunsicherung ist die Vorstufe zur Abkehr. Wer einmal die sozialdemokratische Familie verlassen hat, ist selbst für gute Nachrichten nicht mehr erreichbar. Die Sehnsucht nach einem Befreiungsschlag ist bei allen SPD-Mitgliedern mit den Händen zu greifen. Nur bei der Frage wie der aussehen soll, gehen die Meinungen auseinander. Eine Möglichkeit, immer wieder vorgetragen, lautet, die Parteiführung von der Regierungsbeteiligung zu trennen. Das würde bedeuten, dass Bärbel Bas und Lars Klingbeil die jetzt ausgeübten Führungsämter im Arbeits- und Finanzministerium oder die SPD-Führung aufgeben müssten. Eine Neuaufstellung der SPD-Spitze wird immer mit dem Namen Boris Pistorius verbunden. Seine Beliebtheitswerte waren schon zu Zeiten des Bundeskanzlers Olaf Scholz immer die besten. Wahrscheinlich war es der größte Fehler der SPD in der jüngeren Geschichte, nicht ihn als Kanzlerkandidaten nominiert zu haben, sondern weiter auf Olaf Scholz zu setzen. Wenn Boris Pistorius bereit wäre, sich als nächster Kanzlerkandidat der SPD zur Verfügung zu stellen, müsste ihm auch der alleinige Vorsitz der SPD angetragen werden. Diese Entscheidung könnte sich zum sehnsüchtig erwarteten Befreiungsschlag der SPD entwickeln.
Rhader Nachdenkzeilen über die Zukunft der SPD