Hans-Willi Niemeyer, Vors. der SPD dankt allen, die sich an der Unterschriftenaktion beteiligt haben. Trotz mehr als 3000 Unterschriften – KV hält an ihren Plänen für den Ärztlichen Notdienst fest
Wie sieht der Ärztliche Notdienst in der Zukunft aus? Antworten gab Dr. Werner Seibel am Mittwoch im Ratssaal. Eingeladen hatten der Bürgermeister und der Seniorenbeirat der Stadt Dorsten, damit die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ihre Pläne für den neuen Notdienst vorstellen konnten.
Zu Beginn einer sachlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung übergaben Friedhelm Fragemann, SPD-Fraktionsvorsitzender, und Hans-Willi Niemeyer, Vorsitzender des SPD Stadtverband Dorsten, die im Sommer gesammelten Unterschriftslisten.
Mehr als 3100 Dorstenerinnen und Dorstener hatten sich für den Erhalt des Ärztlichen Notdienstes in Dorsten ausgesprochen und die Unterschriftenaktion der SPD unterstützt.
Trotz dieses deutlichen Votums hält die Kassenärztliche Vereinigung an ihren Plänen fest. Nicht nur Dorstens Bevölkerung wird immer älter – auch die Dorstener Ärzte. Mag es derzeit noch genügend Ärzte für den Notdienst am Wochenende und am Mittwoch Nachmittag geben, so werden diese in fünf oder zehn Jahren fehlen – so Dr. Werner Seibel zu Beginn seines Vortrages.
Wie sieht nun der Ärztliche Notdienst in der Zukunft aus? Die neuen Pläne greifen ab Februar 2011. Dann wird es im Kreisgebiet nur noch 3 Notfall-Praxen geben – in Recklinghausen, in Marl-Hüls und in Datteln. Dazu gibt es noch zwei sog. Komplementärpraxen in Gladbeck und Castrop-Rauxel mit eingeschränkten Dienstzeiten. Für Dorsten heißt das: im Notfall sitzt der Dienst habende Arzt nicht mehr im Dorstener Elisabeth-Krankenhaus, sondern in der Paracelsus-Klinik in Marl-Hüls. 365 Tage im Jahr – bislang gab es den Notdienst nur am Mittwoch und an den Wochenenden, an den anderen Tagen vertraten sich die Dorstener Ärzte in kollegialen Zirkeln. Hinzu kommen am Wochenende zwei Ärzte, die auch zu Hausbesuchen herauskommen.
Ob diese Regelung nun wirklich eine Verbesserung für alle Dorstenerinnen und Dorstener ist, wie Dr. Werner Seibel in seinem Vortrag ausführte, oder nur ein Verwalten des Mangels an Ärzten und auch Geld ist, das muß die Zukunft zeigen. Dr. Werner Seibel sprach davon, daß das neue System ein selbstlernendes System sei. Das heißt, sollten Schwächen auftauchen, so würden diese beseitigt.
Eines ist jedoch heute schon klar: für die meisten Dorstener wird der Weg zum Ärztlichen Notdienst weiter. Wer nicht in Altendorf oder in Barkenberg wohnt, der hat eine längere Anfahrt bis zum Notfallarzt.