Konvent = Zusammenkunft. Das aus dem Lateinischen abgeleitete Wort Zusammenkunft passt gut, um zu beschreiben, worüber sich die Sozialdemokraten im Kreis RE aktuell Gedanken machen. Es waren die Bereiche Arbeit – Wohnen –Pflege, ein Teil der Sozialpolitik, die zu analysieren und bewerten waren.
Kein Geringerer als unser Landrat Cay Süberkrüb beschrieb die am Horizont erkennbare Misere des Lebens auf dem Lande. Demografiewandel heißt, nicht nur älter und weniger zu werden, sondern auch Schulschließung, Ärzte- und Arbeitsplatzmangel im Dorf. Die Folge: Eine Konzentration in der Stadt. Darauf muss man aber vorbereitet sein. Städte, die keinen Zukunftsplan 2030 haben, gehören zu den ersten Verlierern.
Kommunalpolitik
Klaus Schild beklagte, dass Städte auch mit unfairen Mitteln neue Betriebe und damit Arbeitsplätze anwerben. So kommt es vor, dass unverhohlen dafür geworben wird, niedrige Löhne zu zahlen und die Differenz zum Lebensnotwendigen durch staatliches Aufstocken auszugleichen.
Martina Waldner setzte sich mit der Realität der Pflegeberufe auseinander. Mit Beispielen aus dem wirklichen Leben konnte sie anschaulich beweisen, dass nur Hauruck-Pflege bezahlt werde, obwohl jeder wisse, dass zum Beispiel ein Verbandswechsel mit anschließender Dokumentation mindestens 30 Minuten dauere. Während selbst im Handwerk, das im Verhältnis zur Industrie, mit niedrigeren Margen auskommen muss, das 4-fache dessen gezahlt werde, womit Pflegefirmen auskommen müssen. Ein unhaltbarer Zustand.
Schließlich analysierte Hans-Georg Wiemers die Lohnsituation beispielhaft im Baugewerbe. Niedrige Löhne heißt ja nicht nur wenig zum Leben zu haben, niedrige Löhne ist auch die Vorstufe zu niedrigen Renten, sprich Altersarmut. Während vor 10-15 Jahren noch fast jeder Rentner mit ca. 40 Berufsjahren indirekt bestätigte, nicht viel weniger, manchmal sogar mehr an Rente als vorher mit Lohn zu haben, gehört das einer „goldenen“ Vergangenheit an. Ein Arbeiter ohne Zusatzrente kann heute unmöglich früher als mit 65/67 in den Ruhestand wechseln. Und trotzdem wird er zu den Verlierern der Gesellschaft gehören.
Fazit eines interessanten sozialpolitischen Konvents:
In unserer Gesellschaft gibt es viele Gewinner aber noch mehr Verlierer. Die soziale Ungerechtigkeit, die sich in den letzten Jahren kontinuierlich aufgebaut hat, kann nur durch einen Regierungswechsel beendet werden. „Es ist einiges aus dem Lot geraten“, sagt dazu Peer Steinbrück, der für den Wechsel am 22. September steht.
Eine spannende Veranstaltung am Wochenende. Ich bin sehr zufrieden, dabei gewesen zu sein.
Jürgen Heinisch