Stolpersteine in Dorsten erinnern an Naziterror

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Der Künstler Gunter Demnig verlegt Steine in der Wiesenstraße

Stolpersteine in Dorsten erinnern an Naziterror
Hohe Auszeichnung für Künstler Gunter Demnig

Dass Dorsten eine blühende jüdische Gemeinde hatte, wissen inzwischen fast alle Dorstener Bürgerinnen und Bürger. Es ist der privaten Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ in den 80ger Jahren zu verdanken, dass die verfolgten, gedemütigten und ermordeten Dorstener Juden nicht vergessen werden. In mehreren Büchern wurde deren Lebens- und Leidensweg aufgezeichnet sowie die Verantwortung der Dorstener Täter benannt.

Ein Kölner Künstler fand später eine besondere Form des Erinnerns. Gunter Demnig verlegt so genannte Stolpersteine genau vor den Häusern, in denen die jüdischen Mitbürger bis zu ihrer Deportation gelebt haben.
Die Initiative „Frauen für den Frieden“ aus Dorsten nahm Kontakt zu Gunter Demnig auf, um dessen Aktion auch in Dorsten mit vielen Jugendlichen und Schülern umzusetzen.
So „stolpert“ man immer wieder in der Dorstener Fußgängerzone und in anderen Stadtteilen über diese, im Gehweg verlegten Gedenk- und Mahnmale aus glänzendem Messing.
Um die Inschrift zu lesen, nämlich den Namen und die bekannten Lebens- und Todesdaten des/der Ermordeten, darunter auch Kleinkinder, muss man sich tief bücken oder, wie Demnig sagt, verbeugen.
Gunter Demnig hat bis heute 38.000 Erinnerungssteine in Deutschland und Europa gesetzt.
Jetzt erhielt er für seine künstlerische Arbeit den angesehenen Marion Dönhoff-Förderpreis. Marion Dönhoff war langjährige Herausgeberin der Wochenzeitung DIE ZEIT.
Dorsten kann sich glücklich schätzen, durch viele ehrenamtlich arbeitende Bürgerinnen und Bürger, aktiv an der schrecklichen Vergangenheitsbewältigung mitgewirkt zu haben. Der Preis an Gunter Demnig würdigt indirekt auch dieses Dorstener Engagement.

 
 

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