Stürzen junge CDU-Abgeordnete die CDU/SPD/CSU-Koalition?

Soziales

Rentenstreit wird auf dem Rücken der Falschen ausgetragen

Zahlen lügen nicht. Wenn die junge Gruppe der CDU-Abgeordneten, darunter Niklas Kappe aus Dorsten, vorrechnet, dass die Rentenversicherung trotz Milliardenzuschüssen aus der Bundeskasse weiter ins Minus gerät, hat sie recht. Ihr Lösungsansatz, dann halt die Renten zu kürzen, verringert vielleicht den Bundeszuschuss, reißt aber an anderer Stelle größere Löcher auf - Altersarmut genannt. Ob sich die „jungen Wilden der Christdemokraten“ vorstellen können was es heißt, nach 45 Jahren Erwerbsarbeit künftig mit 48% des bisherigen Durchschnittseinkommens leben zu müssen? Wissen die denn gar nicht, wie hoch ein Durchschnittseinkommen von Arbeitnehmern ist? Kennen sie vielleicht nicht einmal das gesetzlich geschützte Existenzminimum? Das beträgt aktuell 1008 Euro. Die Durchschnittsrente bei Männern ca. 1600 Euro/Monat, wenn sie durchgängig 45 Jahre gearbeitet und Sozialbeiträge gezahlt haben. Reicht das zu einem würdelosen Leben im Alter? Oder kann man da tatsächlich noch etwas abknapsen? Die CDU-Jungabgeordneten in Berlin sollten in den sitzungsfreien Wochen des Parlaments bei den Tafeln, den Obdachlosenhilfen oder in Alters- Pflegeheimen nachfragen, um den Wert der Arbeit zu verstehen. Dann würden sie u. a.  mit Fragen konfrontiert, was eine gerechte Entlohnung ist. Und wie sich daraus die spätere Rente berechnet. Vielleicht sollten sie auch mal bei den Beamten nachfragen, warum die sich gar nicht an dieser würdelosen Diskussion beteiligen. Und - wo bleibt eigentlich der Aufschrei der Gewerkschaften? Und der Kirchen? Vielleicht können Niklas Kappe und Co., falls sie noch nicht ganz abgehoben sind, nochmals nachdenken.

Ein kritischer Zwischenruf aus Rhade

 
 

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