Tödliche Exporte – Meister des Todes

Bundespolitik

ARD informiert über deutsche Waffenexporte – Dorstener Leserbrief zur MUNA

Mitten in unserer Stadt, in nächster Nähe zu großen Wohngebieten in Wulfen und Deuten, liegt eines der größten Munitionsdepots in Deutschland. Dass Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt ist, also an allen Kriegen kräftig mitverdient und damit Mitverursacher der Flüchtlingsströme ist, gehört inzwischen zum „Allgemeinwissen“. Die ARD hat gestern dazu eine passende Dokumentation ausgestrahlt. Reinhold Grewer aus Deuten, SPD-Mitglied, zeigt wiederholt auf, dass das Handeln der  „Globalplayer“ auch einen lokalen Bezug zu Dorsten hat. Seine Forderung, die MUNA endlich zu schließen, fasst er in einem bemerkenswerten Leserbrief an die Dorstener Zeitung zusammen. Der Wortlaut: 

Leserzuschrift zum Thema „Tag der offenen Tür im Munitionssdepot Muna Wulfen“

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Veröffentlichung folgender Leserzuschrift: „Tag der offenen Tür im Munitionssdepot Muna Wulfen“

Am 26. September 2015 lädt die Muna Wulfen zum wiederholten Male zum Tag der offenen Tür. Erneut wird u. a. Kindern und Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm geboten.

An Grill- und Getränkeständen ist für das leibliche Wohl gesorgt. Es besteht die Möglichkeit das größte Munitionsdepot der Bundeswehr zu besichtigen.

In der einen Hand die Bratwurst, in der anderen ein Erfrischungsgetränk können wir zur Schau gestellte Waffen und Munition bestaunen und miteinander über den Frieden in der Welt diskutieren. Die eine oder andere zur Schau gestellte Faustfeuerwaffe regt möglicherweise auch dazu an, uns Ereignisse wie an den Schulen in Erfurt, Emsdetten, Winnenden oder auf der Insel Utoya in Erinnerung zu rufen. Wenige Augenblicke gedenken wir dann, tief betroffen, der jugendlichen Opfer in diesen Einrichtungen. Herzlich willkommen!

Ich akzeptiere und begrüße Tage der offenen Tür in größeren Einrichtungen. Ich bin jedoch der Meinung, dass mit Kindern und Jugendlichen attraktivere Einrichtungen aufgesucht werden könnten, als ein Areal wie das der MUNA. Hier laufen wir auf schön asphaltierten Wegen zwischen 400 Bunkern und 60.000 Tonnen lagernder Munition hin- und her. Es ist genau die Munition mit der im Irak viel Leid verursacht wurde. Es ist Munition des Typs, die die Stadt Aleppo und andere syrische Städte zerstörte und zur Zeit Tausende Flüchtlinge, Familien, Mütter, Kinder, Väter, Jugendliche und alte Leute zu Fuß durch Europa irren lässt.

Wenn wir nach dem Besuch des diesjährigen Tages der offenen Tür, abends gemütlich mit einer Flasche Bier vorm Fernseher sitzend, uns die Bilder der Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten anschauend, den Tag der offenen Tür noch einmal Revue passieren lassen, stellen wir vielleicht fest, einen schönen und ereignisreichen Tag erlebt und unseren Kindern und Enkelindern etwas geboten zu haben.

Kinder und Jugendliche sollten m. E. nicht zu Waffen- und Munitionsschauen eingeladen werden, eine Einladung zu einem Familientag in einem Munitionsdepot ist deshalb unpassend.

Im Zusammenhang mit der Durchführung des Tages der offenen Tür 2015 in der MUNA wiederhole ich meine Forderung an alle politisch Verantwortlichen unserer Stadt, an die Mitglieder des Rates und der Verwaltung, an alle Bürgerinnen und Bürger Dorstens, sich für eine Auflösung der MUNA einzusetzen!

Den in jüngster Vergangenheit vielerorts durch den Bundesminister der Verteidigung angeordneten Auflösungen von Bundeswehrstandorten sollte sich Dorsten freiwillig anschließen.

Wir wollen, mitten im Stadtgebiet gelegen, nicht länger das größte Munitionsdepot Deutschlands und eines der größten Depots in Europa sein!

Wir wollen eine friedliche und zivile Nutzung dieses Areals!

Reinhold Grewer

 

 
 

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