Erfolgreiche Sozialarbeit mit langem Atem
Dreißig Menschen hat der von fiftyfifty mitgründete Verein Housing First Düsseldorf e.V. in den letzten fünfzehn Monaten von der Straße in eine eigene Wohnung gebracht. 30, eine nüchterne Zahl, nicht so viele, denken Sie vielleicht, zwei Obdachlose im Monat. Nur: Was uns die Zahlen nicht verraten, sind die Wege, sind die Geschichten dahinter. Sind die Schwierigkeiten, sind die Träume, sind die Ängste jedes einzelnen Menschen hinter einer Zahl. Ein Beispiel: Dirk steht vor mir, die Kapuze eng um den Kopf gezogen. Den Rucksack mit all seinen Habseligkeiten hat er auf dem Rücken. Er verkauft die fiftyfifty in der Düsseldorfer Altstadt. Dirk ist seit Jahren obdachlos, ein stiller Mensch, wortkarg, sein Blick schweift immer umher. Ich frage ihn, ob er nicht in eine Wohnung von uns ziehen möchte. Er will nicht, er hat Angst, dass er eine Geldstrafe nicht gezahlt hat, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt und dann, mit der offiziellen Meldeadresse, ihn die Vergangenheit einholt, vielleicht ein Haftbefehl kommt. Irgendwann kann ich ihn überreden, einen Anwalt zu bevollmächtigen, bei der Staatsanwalt nachzufragen. Das Ergebnis ist, gegen Dirk liegt gar nichts vor. Vor ein paar Wochen war er im WDR in einer Reportage über das Projekt Housing First zu sehen. Dirk erzählt in seiner Wohnung über das Leben auf der Straße, er spricht als hätte er schon zig Mal vor einer Kamera gestanden, ruhig und selbstsicher. Er macht gerade eine Arbeitsmaßnahme im EDV-Bereich. Ich erkenne den Menschen von damals gar nicht wieder. Es sind die Augenblicke, in denen ich mich richtig freue. Dass Menschen sich verändern können, dass man manchmal auch eine dritte Chance im Leben braucht. Dass es gelingt, das Positive, das Gute, das Kreative, das Liebens- und Lebenswerte in einem Menschen hervorzubringen.
Oliver Ongaro, fiftyfifty-Streetworker - Auszug übernommen von fiftyfifty-Straßenzeitung März 2023 - "ZUHAUSE"
Veröffentlicht am 09.03.2023
Am Montag, 13. März 2023, findet um 19 Uhr die nächste Versammlung des Bürgerforums Rhade (BFR) im Carola-Martius-Haus statt.
Das für Rhade heute und in den nächsten Jahren zentrale und überaus wichtige Thema ist die Umsetzung des verabschiedeten Dorfentwicklungskonzeptes. Der Arbeitskreis „Dorfentwicklung“ des BFR wird über die nächsten Schritte berichten und aufzeigen, welche Bedingungen und Herausforderungen sich den Rhader Bürgerinnen und Bürgern stellen. Weitere Aktivitäten des Arbeitskreises wie z.B. Sachstand Projekt Vitalisierung Forks Busch, Stand der Gespräche mit Kreis und Stadt zu Fragen des Verkehrs, Sachstand zur Wiederbelebung Spielplatz Bogenstraße und auch ein Update zum Sachstand „Nahversorgung Dorstener Norden“ werden dargestellt und bieten Raum und Zeit für Diskussionen. Der Arbeitskreis Kultur berichtet über die Entwicklungen der letzten Zeit und die mit der Stadt Dorsten abgestimmten nächsten Schritte. Anträge zum Bürgerbudget werden besprochen und zur Abstimmung freigegeben. Wir informieren zu jüngst erfolgten personellen Änderungen im Organisationsteam . Aktuelle Coronaregeln sind zu beachten.
Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich auf der Internetseite https://www.rhade.de/buergerforum-rhade/startseite informieren und ggfs. auch weitere Vorschläge zu künftigen Arbeitsthemen des Bürgerforums einreichen. Die Veranstalter hoffen wie immer auf eine gute Resonanz und einen interessanten und spannenden Abend.
Organisationsteam Bürgerforum Rhade
i.A. Heribert Triptrap
Veröffentlicht am 08.03.2023
2005 waren es 0,5 Mio. Nutzer - 2022 bereits 2 Millionen
Lange glaubte der Rhader Autor dieser Zeilen, dass die Tafel eine übertriebene „Goodwill-Aktion“ sozial engagierter Menschen war. Also ein kurzfristiges Phänomen. Inzwischen beweisen die Zahlen, dass es ernst ist. Sehr ernst. 963 Tafeln mit über 2000 Ausgabestellen gibt es inzwischen bundesweit. Auch in Dorsten. 60.000 ehrenamtliche Helfer organisieren und verteilen 265.000 Tonnen Lebensmittel jährlich. Von den jetzt 2 Millionen Nutzern sind 28% Kinder und Jugendliche, 24% Senioren und 48% Erwachsene. Unser Sozialstaat müsste eigentlich Armut dieser Art verhindern. Er scheint schlicht überfordert zu sein, die breit gefächerten Notlagen der Bevölkerung frühzeitig zu erkennen, um gegenzusteuern. Die Tafeln sind so (über)lebensnotwendig geworden. Zwei Gedanken begleiten diesen Text.
- Die Parteien, die Politik, die Parlamente und die Regierungen müssen schneller auf Notlagen reagieren. Ob Altersarmut oder Flüchtlingskrise - kein Mensch darf in Deutschland zum Bettler von Lebensmitteln werden.
- Tafeln sind momentan ein sichtbares Armutszeugnis unserer gesamten Gesellschaft. Den Helfern und Spendern ist ihr Engagement sehr hoch anzurechnen. Unsere (SPD)-Aufgabe ist es dennoch, durch vorausschauende Sozialpolitik die Tafeln überflüssig zu machen.
Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Berichtes „Armutszeugnis“ vom 16.2.2023
Veröffentlicht am 07.03.2023
Treffpunkt Gaststätte Zur Alten Mühle, Lembecker Str. 118, um 18.30 Uhr
Die Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Tagesordnung
3. Bericht des Vorsitzenden
4. Bericht Achim Schrecklein
5. Stand Fusionsgespräche
6. Termine
7. Verschiedenes
Diese Ortsvereinsversammlung ist, wie bereits in der Vergangenheit auch, öffentlich.
Vorsitzender Christoph Kopp
Veröffentlicht am 06.03.2023
Eine Zuschauerbewertung
60 Minuten hat Maybritt Illner den Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) interviewt. In dieser Stunde wurde für den Zuschauer überdeutlich, dass wir, die Bundesrepublik Deutschland, verantwortungsvoll regiert werden. Olaf Scholz ließ keinen Zweifel aufkommen, nicht zu führen. Die Koalition bestehe aus drei unterschiedlichen Parteien. Die Grundlage für sein Handeln, ist dem Koalitionsvertrag zu entnehmen. Versuche der Moderatorin, Olaf Scholz aufs Glatteis des nationalen und internationalen Parketts zu führen, schlugen fehl. Scholz antwortet ruhig und überlegt. Seine Verantwortung für das Land ist in allen Aussagen deutlich zu spüren. Eine Kritik an seinen Widersachern ist ihm nicht zu entlocken. Stattdessen stellt er seine Antworten auf besorgte Fragen der Bürger in den Vordergrund. Und, so Olaf Scholz, diese sind nicht selten ganz anders formuliert als die der Journalisten. Als Fazit bleibt der Eindruck, dass der Bundeskanzler in dieser sehr schwierigen Zeit, die vom unseligen Krieg Russlands gegen die Ukraine geprägt ist, der richtige Politiker am richtigen Platz ist.
Wochenendgedanken aus Rhade auf Grundlage der ZDF-Sendung am 23.02.2023
Veröffentlicht am 04.03.2023