Bundespolitik Stichwort: Gerechtigkeitslücke

Nun ist sie auch im Kanzleramt angekommen. Die Gerechtigkeitslücke. Seit Jahren begleitet sie Otto Normalverbraucher und Monika Musterfrau. Alle Versuche, sie zu schließen, scheiterten letztlich auch am Wähler selbst. Keine Partei war in der Lage, so überzeugend aufzutreten, dass das ihr Wahlprogramm 1:1 hätte umgesetzt werden können. Stattdessen mussten Koalitionen in unterschiedlicher Zusammensetzung regieren. Der Kompromiss stand immer ganz oben auf der Tagesordnung. Parallel wuchs die Unzufriedenheit beim Wähler, weil ursprünglich klare Positionen einer Regierungspartei dem Willen des Partners angepasst, sprich verwässert werden mussten. Nehmen wir das Beispiel Gesundheit und Pflege. Unser Versorgungssystem ist im Prinzip gut. Im internationalen Maßstab allemal. Aber es ist ein Zwei-Klassensystem, das zwischen privater und gesetzlicher Versicherung unterscheidet. Vereinfacht ausgedrückt: Gutverdienende und Beamte sind i. d. R. Mitglieder in der privaten, die übergroße Mehrheit wird in der gesetzlichen Versicherung geführt. Würden beide Gruppen bei der Versorgung im Krankheits- oder Pflegefall gleich behandelt, gäbe es das Problem, Gerechtigkeitslücke genannt, nicht. Denn seit Jahren klagen die Hilfesuchenden, die in den gesetzlichen Kassen gelistet sind, über eine gravierende Ungleichbehandlung. Allein bei der Terminvergabe bestätigen immer wieder Nachprüfungen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Das hat jetzt unseren Kanzler erstmals veranlasst, das Wort Gerechtigkeitslücke auszusprechen und Änderungen anzukündigen. Die SPD sieht sich bestätigt, fordert aber unmissverständlich, der Ankündigung jetzt auch die Umsetzung folgen zu lassen.

Rhader Nachdenkzeilen

Veröffentlicht am 24.09.2026

 

Bundespolitik Die Erosion der deutschen demokratischen Parteien setzt sich fort

Waren es nach 1945 nur eine Handvoll Parteien, die um Einfluss und Regierungsmacht konkurrierten, sind es heute so viele, dass der Wahlzettel XXL-Format hat. Lange dominierten nur die Volksparteien CDU und SPD. Als Dritter im Bunde, immer an der Absturzkante lavierend, gehörte die FDP dazu. Dann traten frisch, frech und unverbraucht Grüne auf der Parteienlandschaft auf. Anfangs belächelt, mutierten die vielfach als Spontis bezeichneten Akteure zu ernst zu nehmenden Politikern. Mit dem Glücksfall der deutschen Wiedervereinigung war auch die Erbschaft der SED-Nachfolgepartei PDS verbunden, die nach weiteren Häutungen aktuell als LINKE firmiert. Parallel wuchs am rechten Rand zusätzlich eine neue Partei, Wahlalternative genannt, heute als AfD in aller Munde. Die gewachsene Parteienlandschaft sorgte für Verluste bei den inzwischen sogenannten Altparteien. Diese zeigten Nerven, wechselten in immer kürzeren Abständen Personal und Programm. Profiteure sind aktuell die neuen Parteien, die sich an den Rändern, rechts und links gebildet haben. Die FDP ist fast nur noch Erinnerung. Die SPD verliert weiter Mitglieder und Einfluss. Nun hat es auch die CDU/CSU erwischt. Die Verzweiflung beider Volksparteien kommt einer Ohnmacht gleich. Ein Blick über unsere Grenzen zeigt, dass die eingesetzte Erosion bei unseren demokratischen „Alt“Parteien ebenfalls das Potenzial für totale Bedeutungslosigkeit in sich birgt. Das nicht weiter zu negieren, wäre der Grundstein zum Überleben.

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 23.09.2026

 

Das Team Heimatbund und der Schirmherr. Dr. Edelgard Moers, Tobias Stockhoff, Dirk Hartwich, Bertold Hanck Allgemein Leuchtende Kinderaugen bei Preisverleihung des Heimatbundes

Erwartungsvoll und aufgeregt sehnten viele Mädchen und Jungen, die in Begleitung ihrer Eltern und/oder Lehrer das Dorstener VHS-Forum füllten, die angekündigte Preisvergabe herbei. Ingesamt 52 junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller nahmen am ersten Schreibwettbewerb des „Heimatbundes Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten“ teil. Die Aufgabe, eine interessante Kurzgeschichte zu schreiben, lösten alle teilnehmenden Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit Bravour. Dr. Edelgard Moers, Vorsitzende des Heimatbundes, war voll des Lobes über die Fantasie und Kreativität aller Teilnehmer. „Das hat die Jury veranlasst, jeden Autor mit einer Urkunde, einem Buch und einem kleinen Taschengeldpreis auszuzeichnen.“ Bürgermeister Tobias Stockhoff, Schirmherr des Wettbewerbs, zeigte sich tief beeindruckt von dem Ergebnis. Mit sehr persönlichen Worten sprach er die Kinder direkt an und motivierte sie, unbedingt weiter Geschichten zu lesen und mit ihrer Fantasie eigene aufzuschreiben. Dann war es soweit. Edelgard Moers bat die Kinder auf die Bühne, damit sie, von Beifall begleitet, ihren Preis in Empfang nehmen konnten. Bertold Hanck, Mitglied der Jury, hat zwischendurch zwei eingereichte Geschichten vorgetragen, die, so ergänzend Edelgard Moers, demnächst auch im Jahrbuch/Heimatkalender des Heimatbundes und der Stadt Dorsten nachgelesen werden können. Neben den jungen Autoren konnten auch die den Schreibwettbewerb unterstützenden Schulen sich über einen ansehnlichen Geldpreis und attraktive Sachpreise freuen. „In zwei Jahren“, so Edelgard Moers abschließend, „wird es einen weiteren Wettbewerb geben“. Sie dankte den großzügigen Sponsoren und rief insbesondere die Jungen und Mädchen auf, sich mit ihrer eigenen Kurzgeschichte wieder zu beteiligen.

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 22.09.2026

 

Gesellschaft Ein Rhader Sozialdemokrat lässt seinen Gefühlen freien Lauf

Die Ergebnisse der Landtagswahlen sorgen für tiefe Nachdenklichkeit

Eigentlich können momentan die demokratischen Parteien machen was sie wollen, sie werden mit Skepsis bewertet, mit Misstrauen begleitet und mit Ablehnung per Wahlschein abgestraft. Dafür scheinen den Populisten am demokratischen Rand, die Herzen zuzufliegen. Ein Populist ist ein Mensch, der alles verspricht um an die Regierungsmacht zu kommen, dabei den politischen Konkurrenten bösartig diffamiert und mit Unwahrheiten skrupellos agiert. Obwohl jeder Faktenscheck, der die Aussagen von Populisten überprüft, die vorgenannte Definition bestätigt,  wachsen populistische Parteien weiter stark. Parallel verlieren demokratische Parteien an Zustimmung. Auf Ratlosigkeit folgt schnell Sprachlosigkeit, nicht selten dann die Aufgabe, sich persönlich einzubringen. Resignation ist verständlich, aber nicht die Lösung, sondern die Verschärfung des Problems. Der Rhader Appell an alle Demokraten lautet daher kurz und knapp: Kopf hoch, den Populisten die Stirn bieten und die eigene politische Überzeugung (noch) verständlicher, sozialer und gerechter offensiv zu vertreten.

Veröffentlicht am 21.09.2026

 

Landespolitik Hochrechnung ARD 22.15 Uhr: Landtagswahlen MV und Berlin

Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern:

SPD:35,4%
AfD:38,3%
Linke: 6,5%
Grüne: 5,6%
CDU: 4,9%

BSW: 4,9%

Landtagswahl Berlin:

CDU:̀ 18,9%
Linke: 25,5%
Grüne: 14,3%
SPD: 12,1%
AfD: 16,1%

BSW: 4,7%

Wird weiter aktualisiert

Veröffentlicht am 20.09.2026

 

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„Wer die Wahrheit nicht weiß,
der ist bloß ein Dummkopf.
Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt,
der ist ein Verbrecher.“ 

Bertolt Brecht

 

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