Ein Positivbeispiel aus Holland
Konrad Adenauer (CDU), erster deutscher Bundeskanzler nach 1945 führte einen Wahlkampf mit dem Slogan „Keine Experimente“ – und gewann. Das war gestern. Wenn Parteien und Politiker heute so werben, haben sie keinen Blick für die Zukunft. Sie verschlafen wichtige Entwicklungen und machen sich letztlich schuldig an unserer Jugend. Die Niederländer sind bekannt, etwas Neues ohne viel Tamtam auszuprobieren. Ob beim Wohnungsbau, der Architektur oder dem Verkehr. Heute blicken wir nach Houten. Einem neu entwickelten Vorort von Utrecht mit ursprünglich 8000 Einwohnern. Hier wurde dem Fahrrad komplett Vorrang eingeräumt. Gegen den anfänglichen Widerstand der örtlichen Geschäftsleute. Heute hat Houten 80.000 (!) Einwohner, das Verkehrskonzept steht nach wie vor. Das Ergebnis: In den letzten 30 Jahren gab es nur einen tödlichen Unfall. Nun wenden wir den Blick nach Rhade, unserem Dorf mit 5.500 Einwohnern. Seit Jahrzehnten (!) diskutieren wir hier über mehr Verkehrssicherheit. Die Rhader SPD hat sich dabei mit Engagement, Kreativität und passenden Plänen verdient gemacht. Obwohl danach alle Parteien, und der Stadtrat nicht nur lose versprochen, sondern auch beschlossen haben, vor Eröffnung der A31 Verkehrssicherheitsmaßnahmen einzurichten, die besonders den so genannten schwachen Verkehrsteilnehmern zugute kommen, warten wir noch heute darauf. Allein der Begriff „schwache Verkehrsteilnehmer“ muss aus unserem Sprachgebrauch getilgt werden, weil er (ab)wertet und diskriminiert. Zurück zur Überschrift. Keine Experimente? Der Verwaltung, den Parteien, dem Stadtrat wird dringend empfohlen, einfach mal über den Tellerrand ins Nachbarland zu blicken. Nur Mut.
Eigener Bericht auf Grundlage eines Berichts der ADFC-Zeitung Radwelt mit dem Prologtitel „Warum experimentieren?“. Aug./Sept. 4.19.
Veröffentlicht am 15.08.2019
Ein kurzer Blick in die Geschichte und den Schiffbau der Lippestadt
Die Lippe war einst eine wichtige Verkehrsader. Waren wurden so in die Nachbarregionen transportiert. Das dazu in Dorsten entwickelte und erstmals auf Kiel gelegte Schiff wurde als Dorstener Aak eine Erfolgsgeschichte. Ein Nachbau in den Originalmaßen ziert seit einiger Zeit den Bereich des Atlantisbades im Park Maria-Lindenhof. Ein Grund, um etwas mehr über die Geschichte zu erfahren, wäre ein Besuch des Nachbaus der Dorstener Aak. Ergänzende Informationen über die Hansstadt Dorsten und den früher blühenden Schiffbau sind auch auf www.dorsten-lexikon.de zu finden.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 14.08.2019
Kasperle kommt ins Carola Martius-Haus
Alle Jahre wieder – tri tra trullala, der Kasper, der ist wieder da. Erstmals unter der Regie von Nicole Triptrap und Mechthild Hartwich besucht die Hohnsteiner Puppenbühne Rhade und das Carola Martius-Haus. Mit dem Stück „Kasper und der König“ wird der diesjährige Ferienspaß, von der Stadt Dorsten ins Leben gerufen und überwiegend von Ehrenamtlichen umgesetzt, in Rhade gastieren. Neben den Kindern haben auch die begleitenden Erwachsenen immer wieder Spaß an dem spannenden Figurenspiel der Original Hohnsteiner Puppenbühne. Am Mittwoch, 21. August heißt es um 15 Uhr: Vorhang auf für Kasperle und seine spannende Geschichte. Als Unterstützer der genannten Organisatorinnen müssen die Volksbank Lembeck/Rhade sowie Achim Schrecklein genannt werden, die die Veranstaltung finanziell tragen. Mitglieder der Rhader SPD zeichnen u. a. für die jetzt aufgestellten Plakate verantwortlich. Um allen Kindern den Besuch zu ermöglichen, wird traditionell auf ein Eintrittsgeld verzichtet.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 13.08.2019
Begonnene Bau- und Renovierungsarbeiten lassen auf Besserung hoffen
Ein Mehrfamilienhaus in Rhade hat mehrere Jahre das Ordnungsamt, die Feuerwehr und die Polizei beschäftigt. Nicht selten waren aufmerksame Mitglieder der Rhader SPD Auslöser für den Einsatz der Ordnungskräfte. Mal war es der Müll, der im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stank, mal war es auslaufendes Wasser, das das Haus überschwemmte, dann Schimmel, der das Wohnen unmöglich machte. Kurz: der Vermieter kümmerte sich nicht, die Mieter ständig wechselnd, auch nicht direkt betreut, waren mit unserer Lebensart überhaupt nicht vertraut. Das Ergebnis durfte dann nicht verwundern. Alle Versuche, eine Besserung zu erzielen, insbesondere im Hinblick auf die Nachbarschaft, den öffentlichen Spielplatz und städtischen Kindergarten, liefen, wegen der am Schluss unklaren Eigentümersituation, ins Leere. Nun signalisieren die sehr umfangreichen Bau- und Renovierungsarbeiten, dass da nicht halbherzig in eine Schrottimmobilie investiert wird, um abzukassieren.Bewahrheitet sich der erste Eindruck von außen und der Inhalt eines Zufallgesprächs mit dem Investor vor Ort, wäre das für das gesamte Wohnquartier eine gute Nachricht. Wir berichten weiter.
Veröffentlicht am 12.08.2019
Mitgliederschwund, Überalterung, schlechtes Image, sinkende Wählerzustimmung
Auch mit gut gemeintem Zweckoptimismus kann die Lage nicht schön geredet werden. Unsere demokratischen Parteien, die den Karren seit Jahrzehnten gezogen haben, leiden an Auszehrung. Nicht nur „da oben“, sondern viel bitterer, „auch bei uns da unten“. Gerade im kommunalen Bereich sind es die Ehrenamtlichen, die überwiegend selbstlos für das Gemeinwohl, zum Beispiel in Rhade und Dorsten, eingetreten sind. Aber sie sind in die Jahre gekommen. Es gibt Nachfolger, aber viel zu wenig. Natürlich darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass unsere Parteien vor Ort vieles falsch gemacht haben, aber nicht alles, das rechtfertigen würde, sie ins abseits zu stellen. Dass „Rattenfänger“ neuer Parteien, die das Etikett demokratisch wirklich nicht verdienen, nicht nur in Umfragen erfolgreich sind, macht die Lage noch komplizierter. Genug des Selbstmitleids. Mitgliederschwund, Überalterung, schlechtes Image und sinkende Wählerzustimmung sind zu überwinden, wenn, ja wenn endlich nicht nur das Bestehende verteidigt wird, sondern Querdenkern auch mal ernsthaft zugehört wird. Wer jetzt reflexhaft ruft, „tun wir doch“, hat immer noch nicht verstanden.
Sonntagsgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 11.08.2019