Jugend Jugendämter senden Alarmsignal - überfordert, unterbesetzt, allein gelassen (Teil 2)

Diese deutschlandweite Statistik (2016) lügt nicht und fordert zum Handeln - Ist Dorsten außen vor?

  • Anzahl Jugendämter: 563
  • Mitarbeiter: 13400
  • Überprüfte Fälle 2016: 136923
  • Dabei Feststellung einer Kindeswohlgefährdung: 45777
  • Inobhutname: 84230
  • Davon unbegleitete Kinder und Jugendliche aus dem Ausland: 44935
  • Überforderung der Eltern 17462
  • Beziehungsprobleme: 5592
  • Vernachlässigung: 5454
  • Anzeichen für Missbrauch: 4619
  • Straftat des Jugendlichen: 2992
  • Suchtprobleme des Kindes: 1498
  • Anzeichen für sexuellen Missbrauch: 607

Quelle: Statistisches Bundesamt; Studie der Hochschule Koblenz – über SZ 19./20./21. Mai 2018 (Teil 1 wurde am 18.Mai auf www.spd-rhade.de veröffentlicht)

Veröffentlicht am 21.05.2018

 

Michael Gerdes ist einer von uns. Bundespolitik 3 Fragen an Michael Gerdes, SPD-Bundestagsabgeordneter

Bottrop, Gladbeck, Dorsten: Michael Gerdes wurde in seinem Wahlkreis bereits zum 3. Mal direkt gewählt

SPD-Rhade: Wie ist die Stimmung in der Fraktion?

Michael Gerdes: Die Stimmung ist grundsätzlich positiv. Wir wollen die Themen, die für die Sozialdemokratie wichtig sind, schnell anpacken. Olaf Scholz hat mit dem Haushalt 2018 bereits die Grundgesetzänderungen vorgelegt, die dafür sorgen, dass der Bund die Länder und Kommunen bei der Schulinfrastruktur, sozialem Wohnungsbau und ÖPNV in Zukunft besser unterstützen kann. Hubertus Heil ist sofort das Gesetz zur Brückenteilzeit angegangen, um selbstbestimmtere Arbeitszeiten insbesondere für Mütter zu ermöglichen. Franziska Giffey arbeitet mit ihrem Gute-Kita-Gesetz an Verbesserungen in der Kindertagesbetreuung, damit es jedes Kind in diesem Land packt.

SPD-Rhade: Ist eine konstruktive Zusammenarbeit mit der CSU und Herrn Dobrindt, der keine Gelegenheit auslässt, die SPD zu provozieren, möglich? ...

Veröffentlicht am 20.05.2018

 

Landespolitik NRW: Armin Laschet (CDU) hat ein Problem

Wann wusste er, dass seine Ex-Landwirtschaftministern getäuscht hat?

Es ist nicht der Rücktritt seiner Landwirtschaftsministerin, der lange überfällig war, der dem Ministerpräsidenten zu schaffen macht, sondern der öffentliche Eindruck, der bei ihm hängengeblieben ist, bzw. noch hängen bleibt, die Krise zu lösen. Ein Hackerangriff der keiner war, aber öffentlich möglichst verschwiegen werden sollte, zeigt, dass der verantwortliche Ministerpräsident, der sich gerne als Moralist darstellt, eine „offene Flanke“ hat. Dass die SPD-Opposition jetzt genau wissen will, wann Laschet bereits über die Affäre Schulze Föcking informiert war, gehört zur demokratischen Kontrolle des Parlaments. Ein Untersuchungsausschuss scheint die logische Folge zu sein, um die Wahrheit herauszufinden. 

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 19.05.2018

 

Familie und Jugend Jugendämter senden Alarmsignal - überfordert, unterbesetzt, allein gelassen

Umfrage macht nachdenklich - Ist Dorsten außen vor?

Eine repräsentative bundesweite Umfrage der Hochschule Koblenz unter den Jugendämtern in Deutschland hat ein niederschmetterndes Ergebnis erbracht. 2017 mussten 14 000 Mitarbeiter 1 080 000 Fälle bearbeiten. Tendenz: Ständig steigend. Darunter 84 000 sogenannte Inobhutnahmen - ein trauriger Rekord. Das sind Jugendliche, die vergewaltigt wurden, die vernachlässigt wurden, die misshandelt wurden - die Liste der Grausamkeiten ist lang und länger. Kurz: Kinder und Jugendliche, die vor versagenden Eltern staatlich geschützt werden müssen. Ein Drittel aller Jugendämter kann diese Aufgabe nicht oder nur eingeschränkt erfüllen. Ein Alarmsignal, das überall gehört werden sollte. Es fehlen Fachkräfte, es fehlt Zeit für Qualifizierung, es fehlt an Wertschätzung der Mitarbeiter, es fehlen Finanzmittel. Obwohl sich der Etat für die Jugendämter in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat, auf 12,2 Milliarden(!) Euro, sind die Lücken im System unübersehbar. Die Forderung an den Bund und die Länder lautet: Endlich die Mittel bereit zu stellen, die notwendig sind. So das Fazit der Untersuchung. Fast vergessen ist, dass das Jugendamt Dorsten vor nicht langer Zeit negative Schlagzeilen mit dem Fall „Paul“ lieferte. Auch hier wurde eklatantes Versagen überforderter Mitarbeiter aufgezeigt. Die Folge: Das Jugendamt wurde umstrukturiert und neu aufgestellt. Die Untersuchung der Hochschule Koblenz wäre für die Verwaltung und den Stadtrat eine gute Gelegenheit Bilanz zu ziehen, was sich geändert hat und was noch zu tun ist. „Für jedes Kind, das zu spät - oder zu früh - aus Familien geholt wird, ist es eine persönliche Katastrophe“, so endet ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung zum bedrückenden Thema.

Eigener Beitrag auf Grundlage des Artikels „Hilflos in die Katastrophe“, SZ 16. Mai 2018

Veröffentlicht am 18.05.2018

 

Kommunalpolitik Dorsten: Theaterjugendring mehr als eine nette Idee

Kultur in der Lippestadt krankt an geringer Kreativität

Das städtische Kulturangebot hat Lücken. Weder werden alle Stadtteile berücksichtigt, noch alle Altersgruppen. Die Rhader SPD hat darauf aufmerksam gemacht und mit entsprechenden Anträgen über die SPD-Ratsfraktion versucht, eine Verbesserung für alle Dorstener zu erreichen. Schließlich zahlen auch alle Bürger unserer Stadt für VHS, Theater, Büchereien und Museen. Das ist gescheitert, weil die Mehrheitspartei CDU das nicht will. Warum? „Ist zwar ne nette Idee, aber die Nachfrage ist nicht da“, so oder ähnlich die Begründung. Nicht unwichtig zu wissen, dass auch im Kulturamt, also mit Zustimmung des Dezernenten (CDU) so argumentiert wird. Dass eine lebendige, kreative städtische Kultur, die alle Bürgerinnen und Bürger als Zielgruppe „im Auge“ hat, zu den wichtigen Standortfaktoren einer Stadt zählt, gehört zum allgemeinen Wissen einer guten Verwaltung. Dorsten hat hier Nachholbedarf. Für Kultur muss aktiv geworben werden. Und insbesondere bei denen, die aus vielerlei Gründen bisher dazu keinen Zugang hatten. „Kultur für alle“, ist ein gesellschaftspolitischer Anspruch, der ernst zu nehmen ist. Wer diesen Anspruch mit dem Hinweis „zwar eine nette Idee, aber ...“, arrogant ablehnt, hat nicht verstanden, wie eine positive Identifikation mit der eigenen Stadt erzielt wird. Und noch etwas: Private, Gewinn orientierte Events in unserer Stadt können auch unter dem Oberbegriff Kultur registriert werden, sie entbinden aber die Verwaltung nicht von eigenen Ideen.

Eine Anmerkung aus Rhade

Veröffentlicht am 17.05.2018

 

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