Aus Kleinanzeigen sprach Verzweifelung
Es war eine besondere Atmosphäre, die die Besucher der Gedenkveranstaltung am 9. November im Jüdischen Museum Dorsten ergriff. Es war der 78. Jahrestag der so genannten Reichspogromnacht, an die Dr. Norbert Reichling erinnerte. Die Nacht, in der Synagogen brannten, jüdische Bürgerinnen und Bürgern von ihren deutschen Nachbarn gedemütigt, bestohlen, inhaftiert und ermordet wurden. Auch in unserer Stadt! Es war das Verlesen von Kleinanzeigen in unseren Zeitungen, die Anfang November 1938 von Menschen, jüdischen Glaubens aufgegeben wurden, um vor der angestrebten Auswanderung durch Verkäufe des eigenen Hab und Guts noch etwas Geld in ein neues Leben mitzunehmen, das für nachdenkliche, atemlose Stille sorgte. Eine dramatische Fehleinschätzung. Die Nazischergen waren unter den Augen der Öffentlichkeit, der Nachbarn, schneller und mitleidslos. „Wir dürfen nicht vergessen, wir müssen alle aktiv daran mitwirken, dass sich so ein Verbrechen nie wiederholt“, so die Erkenntnis der Teilnehmer, die sich zum stillen Gedenken im Garten des Museums abschließend trafen.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 13.11.2016
Engagiert und nach vorne gerichtet
Würde man eine Bewertung aller im Jahr 2016 durchgeführten monatlichen Versammlungen der Rhader SPD vornehmen, so ragt das November-Treffen als besonders aktuell und engagiert geführt heraus. Nur einen Tag nach dem sensationellen Wahlergebnis aus Übersee, saßen viele Interessierte im großen Saal des Gasthauses Pierick zusammen, um unter Leitung des Vorsitzenden Christoph Kopp, zu analysieren, zu bewerten und Schlussfolgerungen für die eigene politische Arbeit zu ziehen. Die Diskussion, nach einer kurzen Einführung, lässt sich am besten so zusammenfassen: ...
Veröffentlicht am 12.11.2016
Ein Schicksalstag?
Der 9. November hat es in sich. Neben dramatischen und schrecklichen Ereignissen gehören auch glückliche Momente der Menschheit dazu. Eine kleine, unvollständige Übersicht:
- 9. 11.2016: Donald Trump wurde zum US-Präsidenten gewählt.
- 9.11.1989: Die Mauer, die Deutschland nach dem 2. Weltkrieg teilte, ist gefallen.
- 9.11.1938: In Deutschland, brennen Synagogen, werden Geschäfte ausgeraubt, Menschen gedemütigt, verhaftet, ermordet. Es sind deutsche jüdische Bürger, die von ihren deutschen Nachbarn plötzlich als lebensunwert bezeichnet und entsprechend „behandelt“ werden. Auch in Dorsten!
- 9.11.1918: Novemberrevolution in Berlin. Ausrufung der Republik, Ende der deutschen Kaiserzeit.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 11.11.2016
Es tut sich was in Rhade
Die Organisatoren des Rhader Bürgerforums um den Sprecher Wilhelm Loick, haben sich ein Lob verdient. Klar strukturiert, bestens vorbereitet und hoch aktuell, bieten sie den Rhader Bürgerinnen und Bürger eine Bühne, um Anregungen entgegenzunehmen, Kritik aufzugreifen und Zukunftsfragen gemeinsam zu diskutieren. 3 Themenschwerpunkte standen diesmal im Mittelpunkt des informativen Abends.
- Christa Dymke und Claudia Boll machten den Anfang. Sie stellten die Vorbereitungen des Festwochenendes im nächsten Frühjahr vor, in dessen Mittelpunkt das 800-Jahr-Jubiläum Rhades stehen wird. Zwischenfazit: Das Programm steht bereits in seinen Grundzügen.
- Wir werden älter und weniger. Eine Erkenntnis, die auch statisch untermauert wird. Ein Grund für die Stadt Dorsten, ein Demografiekonzept für die Lippestadt „auf die Beine“ zu stellen. Petra Kuschnerenko, so genannte Demografiebeauftragte der Verwaltung, stellte die Überlegungen der Stadt vor. Leider kam der Rhader Aspekt in ihrem Bericht zu kurz. Durch Diskussionen aus dem Plenum gelang es aber, den Fokus auf den Stadtteil Rhade zu lenken. Zwischenfazit: Das Thema bleibt auf der Tagesordnung. Ob sich ein eigener Arbeitskreis aus der Mitte der Teilnehmer noch bildet, der vielleicht ein „Modell Rhader Nachbarschaft“ entwickelt, wird sich zeigen.
- Dass der Rhader Rahmenplan ein hervorragendes Zukunftspapier ist, wurde beim 2. Bürgerforum nochmals vorgestellt. Die Arbeitsgruppe, die sich aus der Mitte interessierter Bürger gebildet hat, hat sich zum Ziel gesetzt, die Umsetzung Zug um Zug anzustoßen. Heribert Triptap konnte beeindruckend aufzeigen, dass die Entschleunigung des Durchfahrtverkehrs mit einfachen Mitteln erreicht werden kann. So soll eine Querungshilfe im Bereich Rhader Mühle und des Pflegeheims Mantra u. a. für mehr Sicherheit sorgen. Weiterhin wird man die Stadtverwaltung dabei unterstützen, sich im Bereich des Naturparks Hohe Mark – Westmünsterland, besser als bisher zu positionieren. Zwischenfazit: Der Anfang ist gemacht, die weitere Perspektive sehr vielversprechend.
- Unter dem Punkt Sonstiges gab es weitere interessante Neuigkeiten der Flüchtlingshilfe, des Fördervereins Urbanusschule und des Bürgerbeauftragten Joachim Thiehoff. Dazu in Kürze mehr.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 10.11.2016
Schock, Unverständnis, Unsicherheit und Angst nach USA-Wahl
Jetzt ist es doch passiert. Das Undenkbare ist Wirklichkeit. Zur Tagesordnung übergehen? Nein, darüber nachdenken und miteinander diskutieren. Die Rhader SPD trifft sich am morgigen Donnerstag um 19.30 Uhr im Gasthaus Pierick. Jeder ist eingeladen, über die Folgen der USA-Wahl mitzureden.
Veröffentlicht am 09.11.2016