Wir blicken zurück
Die Dorstener jüdische Gemeinde hatte in der Wiesenstraße, in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz, eine kleine Synagoge. Als es vor 85 Jahren dunkelte, versammelten sich ungewöhnlich viele Menschen in HJ-, SA- und SS-Uniform mit Brandfackeln vor dem Gebetshaus der Juden. Dorstener Nazis. Sie drangen in das Haus ein und zerstörten die gesamte Einrichtung unter lautem Gejohle. Mit Vorschlaghämmern wurden Löcher in die Wände geschlagen, durch die die sakralen Gegenständen auf den Hof geworfen wurden. …
Dorsten am 9. November 2023 - Wir blicken nach vorn, wir gedenken, wir mahnen
Als 1983 der erste Band der Buchreihe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ erschien, darf dieses Ereignis als Beginn einer bemerkenswerten „Geschichtsaufarbeitung von unten“ bezeichnet werden. In der Folge wurde das Jüdische Museum Westfalen in unserer Stadt eröffnet. Eine Erinnerungsstätte, ein Lernort, ein Zentrum der Begegnung und Kultur. Und genau hier wird immer am 9, November daran erinnert, wie zerstörerisch und mörderisch Hass und Gewalt grenzenlos wirken. Ein Gedenken und eine Mahnung gleichermaßen. Wir bitten die Leser dieses Textes, heute ab 17 Uhr dort teilzunehmen. Bereits ab 14 Uhr können die Besucher im Garten des Museums still der Opfer gedenken.
Veröffentlicht am 08.11.2023
Donnerstag, 09. November 2023, 18:30 Uhr, im Gasthaus Finke, „Zur alten Mühle“, Lembecker Str. 118, 46286 Dorsten-Rhade
Die Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Tagesordnung
3. Bericht des Vorsitzenden Christoph Kopp
4. Bericht des Ratsmitglieds und stellv. Bürgermeisters Achim Schrecklein
5. Stadtverbandsparteitag am 11. November 2023
6. Stand der Fusion
7. Termine
8. Verschiedenes
Diese Ortsvereinsversammlung ist, wie bereits in der Vergangenheit auch, öffentlich und wir bitten um zahlreiche Teilnahme.
Veröffentlicht am 07.11.2023
Was ist das denn?
Jung, sympathisch und voller Dynamik. Die Rede ist von Laszlo Taube, dem ersten Dorfmanager für Rhade und Lembeck. Erst seit wenigen Monaten im Amt, sein Arbeitgeber ist die Stadtverwaltung Dorsten, ist er vielen im nördlichen Stadtgebiet bereits ein Begriff. Die Berufsbezeichnung DORFMANAGER ist neu und wirft natürlich Fragen auf. Was ist das? Was tut der? Wo arbeitet er? Was will oder soll er erreichen? Viele Fragen, doch die Antworten sind relativ klar. Laszlo Taube soll u. a. für eine bessere Verbindung zwischen den Bürgern in Rhade und Lembeck und der 12 Kilometer entfernten Stadtverwaltung sorgen. Daneben wird er als Netzwerker für alle engagierten Einzelpersonen, Vereine und Gruppen in beiden Dörfern wirken. Eine Zusammenarbeit über die emotionale Dorfgrenze Rhade/Lembeck hinaus, ist letztlich ein Mehrwert nicht nur für den Dorstener Norden, sondern auch für die Lippestadt. Wichtig ist, dass die neue Verwaltungsstelle kein Experiment auf Zeit ist, sondern unbefristet eingerichtet wurde. Wichtig ist aber auch, dass der Dorfmanager sich nicht von einzelnen Gruppen vor Ort vereinnahmen lässt, sondern frei im Denken und Handeln bleibt. Eine Sorge, die Laszlo Taube durch sein bisheriges Auftreten gar nicht erst aufkommen lässt. Mit der Einstellung des Dorfmanagers sind wiederkehrende Anregungen aus dem kommunalpolitischen Raum, auch über einen gemeinsamen, durch Wahlen legitimierten Ausschuss des Stadtrates für Rhade und Lembeck nachzudenken, nicht vom Tisch. Im Gegenteil. Dorfmanager, Bürgerforen und ein neuer Unterausschuss des Rates würden für größere Identifikation, für steigende Akzeptanz und kürzere Wege stehen, um gemeinsame Zukunftsprojekte im dörflichen Dorstener Norden zu stemmen.Kontakt: E-Mail: laszlo.taube@dorsten.de oder telefonisch unter der Rufnummer 02362 66-3338.
Ein Zwischenruf aus Rhade zur Einstellung des Dorfmanagers Laszlo Taube
Veröffentlicht am 06.11.2023
Sonntagsgedanken aus Rhade
Israel hat das Recht, sich mit militärischen Mitteln gegen einen Angriff von außen zu wehren. Die Ukraine hat das Recht, Waffen einzusetzen, um einen Überfall, eine Okupation abzuwehren. Das sieht das Völkerrecht vor. Das gilt für ALLE Länder. Es gab einmal ein kleines Zeitfenster der internationalen Entspannung. In der Folge wurden Verträge geschlossen, die auf Vertrauen, Partnerschaft auf Augenhöhe, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Abrüstung setzten. Letztlich ist die deutsche Wiedervereinigung ein Ergebnis dieser klugen Politik. Warum und wann genau diese positive Entwicklung stoppte und ins Gegenteil drehte, wird international völlig unterschiedlich analysiert und bewertet. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass ein Staat nicht auf die Mittel zur Selbstverteidigung verzichten kann. Er muss also für den Fall der Fälle gerüstet sein. „Frieden schaffen ohne Waffen“ bleibt solange ein Traum, bis die Menschheit begriffen hat, dass Angriffskriege immer (grenzenloses) Leid erzeugen, aber nie zur Lösung unterschiedlicher Auffassungen taugen. Großmannssucht, Wunsch nach territorialer Ausweitung und religiöser Hass verhindern momentan jede dauerhafte Verständigung. Es ist bitter, und nach Willy Brandts erfolgreicher Entspannungspolitik ernüchternd, wenn der deutsche Verteidigungsminister den Satz ausspricht, Deutschland müsse kriegstauglich sein. Spätestens jetzt ist der Traum von „Schwerter zu Pflugscharen“ ausgeträumt. (Aber im Prinzip nicht falsch.)
Veröffentlicht am 05.11.2023
Stellungnahme zu den terroristischen Angriffen auf Israel
Wir sind entsetzt über den grausamen Terrorangriff der Hamas auf Israel. Wir stehen an der Seite Israels und der Juden*Jüdinnen in Deutschland und beklagen die Gewalt an den ermordeten und entführten Israelis. Dass der Staat Israel seine Bevölkerung und Grenzen verteidigt, ist legitim und selbstverständlich. Wir hoffen, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen möglichst unter Schonung ziviler Opfer auf beiden Seiten geführt werden.
Aufgrund der Terrorattacken zieht der Konflikt zwischen Israel und Palästina einmal mehr in die deutsche Gesellschaft ein. Das Jüdische Museum Westfalen bekämpft mit seiner Arbeit den zunehmenden Antisemitismus jeglicher Couleur in Deutschland umso vehementer. Es setzt sich ein für Austausch, Dialog und Kooperation zwischen allen Gruppen in unserem Land.
Unser Ziel ist es, Besucher*innen für jüdische Religion und Kultur in Geschichte und Gegenwart zu interessieren und zu sensibilisieren. Darüber hinaus regt das Museum seine Besucher*innen an, sich kritisch mit den eigenen Vorurteilen, Stereotypen und Pauschalisierungen auseinanderzusetzen.
Der Vorstand des Vereins für jüdische Geschichte und Religion e.V., Trägerverein des Jüdischen Museums Westfalen, Oktober 2023
übernommen von: www.jmw.de
Veröffentlicht am 04.11.2023