Versuche, Asylabschiebeskandal zu relativieren, scheitert

Kommunalpolitik

Die Bemühungen des Bürgermeisters und seines Stellvertreters den „Fall Domingo“ mit einer Entschuldigung und angekündigten Konsequenzen, in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren, wird durch die folgende Berichterstattung der WAZ vom 3. Dezember verhindert:

„Nach 20 Jahren ein Schlussstrich“
Irmgard Winkel setzt sich für Flüchtlinge ein

Martin Ahlers, WAZ Dorsten

Seit Jahren unterstützt Irmgard Winkel die Bemühungen der libanesischen
Familie Salha, die mit fünfKindern (4 davon in Dorsten geboren) in ihrer Nachbarschaft lebt, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Das
Ausländeramt versucht seit über 20 Jahren, der Familie eine türkische Abstammung nachzuweisen und versuchte auch erfolglos die Abschiebung
des Vaters und des ältesten Sohnes.

Der Fall Domingo „hat mich traurig und zutiefst betroffen gemacht“, schreibt
Irmgard Winkel in einem Leserbrief, den wir hier in Auszügen wiedergeben:
„Im Juli 2009 habe ich dem Bürgermeister einen Brief geschrieben und ihm vorgeworfen, dass er sich als Christ vor allem an den Kindern versündigt.
Er sollte nach über 20 Jahren einen Schlussstrich ziehen unter die vielen angeblich ungeklärten Altfälle.
Was den Asylbewerbern angetan wird, ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu verstehen. Anstatt ihnen die Auflage zu machen, durch Arbeit selbst für ihre Familien zu sorgen, werden Duldungen monatlich auf Antrag verlängert.
Für den Lebensunterhalt erhalten sie Gutscheine. Das Erleben von Bürgerkrieg und Flucht sowie das Leben unter diesen Umständen führt zu psychischen und physischen Problemen.
Ich habe sehr viele Asylbewerber erlebt, die sich nach 20 Jahren als Schmarotzer fühlen. Viel lieber wären sie längst einer geregelten Arbeit nachgegangen. Tausende von Euro wurden aus Steuergeldern bezahlt, weil die Stadt das verhindert hat.
Dabei sind in Nachbarstädten viele Verwandte der von mir betreuten Familie schon seit Jahren eingebürgert. Warum soll das in Dorsten nicht möglich sein?
Endlich hat nun ein Verwaltungsrichter deutliche Worte für das Verhalten des Ausländeramtes gefunden. Das hätte ich mir schon vor Jahren gewünscht.Warnschüsse hat die Verwaltung in der Vergangenheit genug erhalten, ohne Konsequenzen zu ziehen.
Wenn sich die Verantwortlichen nun schwer getroffen fühlen, sollten sie sich fragen, ob sie bei ihren Entscheidungen darüber nachdenken, was sie den Asylbewerbern antun.
Ich glaube auch nicht an eine Verbesserung der Dorstener Zustände. Das ist meines Erachtens nur möglich durch eine Neubesetzung durch unbelastete Mitarbeiter.“

 
 

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