Warum tickt der Osten soweit rechts?

Bundespolitik

Bitte einmal Bauchgefühl ausschalten und Fakten auf sich wirken lassen

35 Jahre nach der Wiedervereinigung droht Deutschland Ungemach aus den neuen Bundesländern. Unsere Demokratie wird von rechts und links in die Zange genommen. Statt mehr Zusammengehörigkeit, driften Ost und West weiter auseinander. Warum? Artikel 72 Grundgesetz fordert, die „Herstellung gleicher Lebensverhältnisse“. Obwohl Milliarden zur Stärkung der Infrastruktur investiert wurden, wird in Ostdeutschland nicht vergessen, wie die Treuhandanstalt „aufräumte“, westdeutsche Unternehmen „übernahmen“ und so eine Massenarbeitslosigkeit verursachte. Nicht vergessen auch, dass westdeutsche Unternehmen vielfach den Osten als verlängerte eigene Werkbank betrachteten. Genug Spielraum, um unzufriedene Wähler zu gewinnen. Anfangs profitierte die Linkspartei, jetzt die AfD. Sie versprechen, die Lösung des Aufstiegs zu kennen. Sie spielen freihändig auf der NEID-Klaviatur. Sie argumentieren mit Zahlen, die den Leser dieser Zeilen aber auch nachdenklich machen werden. Nämlich, dass von 250 Milliardären in unserem Land nur einer aus den neuen Bundesländern kommt. Oder, dass die fünf reichsten Unternehmerfamilien (Albrecht/Heister, Boehringer/von Baumbach, Kühne, Quant/Klatten, Schwarz) mehr besitzen, als die Hälfte (40 Millionen) unserer Bevölkerung. Parteien, die nur mit diesen Beispielen „arbeiten“, finden an „jeder Ecke“ Unzufriedene, die den neuen „Rattenfängern“ blind hinterherlaufen. Soziale Gerechtigkeit in allen deutschen Regionen herzustellen, zum Beispiel auch im gebeutelten Ruhrgebiet, ist die einzige Antwort, die den Rechten das Wasser abgräbt. Steht im Grundgesetz Artikel 72.

Nachdenkzeilen aus Rhade auf Grundlage des Artikels in der Süddeutschen Zeitung, „Der Traum vom Fahrstuhl nach oben“, von Christoph Butterwegge am 6.9.2024

 
 

WebsoziCMS 3.9.9 - 007146450 -