Dorsten ist Spiegelbild für unser Land
Drumherum reden nützt gar nichts. Die demokratischen Parteien befinden sich in existenzbedrohlicher Lage. Nicht weil sie nichts (mehr) zu sagen hätten, sondern weil ihnen die Mitglieder ausgehen. Am Beispiel des SPD-Ortsvereins Rhade kann dazu der Beweis angetreten werden. Über 50 Jahre wurde beispielhaft Parteiarbeit „da unten“ gelebt. Monatliche Treffen, regelmäßige Bürgerversammlungen, Kultur- und Infowochen, eine eigene Zeitung, abgelöst von der noch aktiven Internetseite www.spd-rhade.de haben in der Blütezeit über 100 Rhader motiviert, sich per Unterschrift zur SPD zu bekennen. Auch mit kontinuierlich steigenden Wahlergebnissen kann diese Erfolgsgeschichte belegt werden. Ausbleibende Erfolge der Sozialdemokraten im Land und Bund hatten dann umgehend negative Auswirkungen an der Basis. Austritte waren zwar noch selten, junge Neumitglieder fanden sich kaum mehr. Noch aber konnten aktive Vorstandsmitglieder die angespannte Lage mit Sonderaktionen kaschieren, um die verbliebenen Mitglieder bei Laune zu halten. Ehrenamtliche Parteiarbeit wurde so zur Last. In der Folge löste nicht selten dann der Rückzug ins Private einen Dominoeffekt aus, der weitere Aktive aussteigen ließ. SPD-Rhade ist Geschichte, andere demokratische Parteien stehen vor gleichen Problemen. Kein gutes Zeichen für unsere Demokratie. Was tun? Eine schlüssige Antwort ist nicht in Sicht. Bleibt nur der Appell, die demokratischen Parteien zu stärken.
Rhader Nachdenkzeilen