Wenn Bäume reden würden …

Umwelt


„Ich helfe gern dem Klima und den Menschen. Ich muss aber dabei unterstützt werden!“

„Mein Leben währt nicht ewig. Die Dauer ist im Wesentlichen davon abhängig, in welcher Umgebung ich mich entfalten kann. Pflege benötige ich eigentlich nur, wenn die äußeren Bedingungen nicht natürlich sind. Und genau dieser ungesunde Zustand ist nicht mehr zu kaschieren. Die schlechte Luft setzt mir zu, die Hitze lässt mich nach Wasser lechzen, mein Wurzelwerk kann kaum noch atmen, weil Asphalt und Pflaster meinen Stamm einengen. Dabei soll mein Blattwerk nicht nur Schatten spenden, sondern Giftstoffe aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Ich bin aber überfordert und reagiere. Meine Krone, eigentlich das Schönste, was ich zu bieten habe, verliert an Dichte. Durch akute Versorgungsengpässe sterben mir immer mehr Äste ab, die ich dann bei starkem Wind abwerfe. Nach und nach mutiere ich zu einer trostlosen Gestalt. Gutachter, die bereits die Motorsäge in der Hand halten, machen mir Angst. Statt die Lebensbedingungen für mich und damit auch für alle Menschen zu verbessern, soll ich als Brennholz enden. Nein, ich bin mit den menschlichen Zeitgenossen überhaupt nicht zufrieden. Sie verstehen einfach immer noch nicht, dass meine Verwandten und ich wesentlicher Teil ihres Wohlbefindens sind. Die seit Jahrzehnten andauernde Dorstener Diskussion über den Sinn und die Ausgestaltung einer Baumschutzsatzung zeigt, dass Besserung nur dann erreicht wird, wenn der immer in den Vordergrund gestellte Einzelfall einer generellen Vorsorgetherapie für uns und euch weichen würde. Könnt ihr mich verstehen?“

Ein Rhader Baum klagt an- aufgeschrieben von Dirk Hartwich

 
 

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