Dirk Hartwich, Vorstandsmitglied aus Rhade, plädiert unbeirrt für mehr Bürgerbeteiligung Ist Kommunalpolitik noch zeitgemäß?
Eine Kritik an die Adresse der Dorstener CDU und FDP- aber auch ein Appell an die eigene Partei
Wer regiert eigentlich die Welt? Parteien und Politiker - oder doch Banker und Konzerne?
Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Unstrittig ist aber, dass es ohne demokratisch legitimierte Regierungen, die ihre Wurzeln in den unterschiedlichen Parteien haben, nicht geht. Wer anders als sie könnte darauf achten, dass es einigermaßen sozial und gerecht im Gemeinschaftswesen zugeht.
Wo wird regiert? In Brüssel oder Berlin? In Düsseldorf und Dorsten? Auch da ist eine schnelle Antwort unmöglich.
Im Laufe der Jahre hat sich ein Räderwerk mit ineinander greifenden Zahnrädern entwickelt, man könnte auch sagen verselbständigt, das einen Überblick unmöglich macht.
Klar ist aber, dass wir in Dorsten mehr denn je selbstbewusst verdeutlichen müssen, dass es ohne die “unterste” Hierarchie KOMMUNE nicht geht.
Es ist aber eine Entwicklung zu erkennen, die unserem Staat nicht gut tut. Auf der einen Seite gibt es immer mehr gute, qualifizierte Bürgerinnen und Bürger, die sich abwenden und nicht mehr bereit sind sich einzubringen, andererseits versuchen die noch “Übriggebliebenen” mit Amt und Mandat, die Zahl derer zu reduzieren, die ehrenamtlich, unentgeltlich mithelfen wollen, die “Karre aus dem Dreck“ zu ziehen. (Die Überlegung, den Stadtrat zu verkleinern, gehört auch dazu. Sparen muss man nicht an Köpfen, sondern an dem finanziellen Aufwand. Kreativität ist gefragt!)
Die Rhader SPD hat frühzeitig diese Fehlentwicklung erkannt und lange an konstruktiven Verbesserungsvorschlägen gearbeitet.
Herausgekommen ist ein Konzept, mehr freiwillige Bürger mit Ortskenntnis und ohne Parteibrille zu motivieren, dem Rat und der Verwaltung zuzuarbeiten. Ohne Mehrkosten für die Stadt!!!
Nachdem sich die Mehrheit im Stadtrat (CDU/FDP) gegen den Rhader Vorschlag ausgesprochen hat, muss sie sich auch gefallen lassen, kritisiert zu werden.
Die Leserbriefantwort des Dorstener CDU-Pressesprechers ist sachlich falsch, polemisch und zeigt das ganze Dilemma der Kommunalpolitik auf. Die Unfähigkeit über den Tellerrand zu schauen, die unselige Wagenburgmentalität führen zu Verdruss und Frust.
Ist Kommunalpolitik also noch zeitgemäß?
Ja - wenn Parteien endlich erkennen, so viel wie möglich Bürgerinnen und Bürger am Meinungsbildungsprozess von Anfang an zu beteiligen.
Nein - wenn jeder gute Vorschlag von außen als Bedrohung des eigenen Status angesehen wird.