Sigmar Gabriel - Ein SPD-Vorsitzender in schwierigster Zeit
Sigmar Gabriel ist seit über 5 Jahren Vorsitzender der stolzen, über 150-jährigen deutschen Sozialdemokratie. Und damit der nach Willy Brandt am längsten amtierende „Chef“ der SPD. Das ist beeindruckend in dieser schwierigen, schnelllebigen politischen Zeit. Sigmar Gabriel hat nach der fatal verlorenen Bundestagswahl 2009 (SPD - 23%!) den vakanten Posten einer völlig verunsicherten Partei übernommen. Sein Verdienst bis heute ist es, den Mitgliedern, trotz des unübersehbaren Tiefs, wieder Mut und Stolz zurückgegeben zu haben. Sigmar Gabriel kommt zwar körperlich als Schwergewicht daher, Insider wissen aber, dass er äußerst fein- und mitfühlend ist. „Es ist das schönste Amt neben Papst“, so Franz Münterfering, der Vorgänger. Sigmar Gabriel würde das so nicht formulieren, aber er ist mit Haut und Haaren ein Vorsitzender, der es nicht ertragen kann, wenn die ruhmreiche SPD dahindümpelt. Das wie in Stein gemeißelte Umfragetief um 28% macht ihm zwar Sorge, haut ihn aber nicht um. „Wir sollten geduldig bleiben“, so sein Kommentar. Sigmar Gabriel rechnet fest damit, dass die öffentliche und veröffentlichte Meinung sich so frühzeitig zugunsten der SPD dreht, dass bei der nächsten Bundestagswahl die SPD das Heft des Handelns in der Hand hat. Im Klartext: Nicht mehr Juniorpartner, sondern 1. Regierungspartei. Die Parteibasis, von Natur aus skeptisch und überkritisch, kann froh sein, einen Vorsitzenden wie Sigmar Gabriel zu haben. Sie sollte es auch zeigen. Anders ausgedrückt: Gibt es am Horizont einen anderen „Sozi“, der das Amt will und kann?
Eigener Bericht