Allgemein Wahldesaster in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern - Ein persönlicher Kommentar

Was nun?
Jetzt rächen sich die maßgeblich von der Merkel-CDU und der SPD zu verantwortenden Fehlleistungen und Versäumnisse der letzten Jahrzehnte. Untätigkeit und Beschwichtigung statt konsequenter Politik, ja Fahrlässigkeit in zentralen Fragen (z. B. bzgl. Infrastruktur, Migration und innerer Sicherheit) – das war die Saat für das rasante Wachstum der AfD. Auch wenn die SPD in Mecklenburg-Vorpommern durch das von Manuela Schwesig erzielte Ergebnis scheinbar mit einem blauen Auge davongekommen ist, drohen die bisherigen Volksparteien CDU und SPD pulverisiert zu werden, wenn nicht endlich die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.
Die Brandmauer war ein Irrweg. Die inhaltliche Auseinandersetzung und vor allem das konsequente Angehen von Problemlösungen wären der richtige Weg gewesen, um den Aufstieg der AfD zu stoppen. Sich jetzt darauf zu fokussieren, ja keine AfD-Forderungen zu übernehmen, ist ein völlig unzureichender Ansatz und greift entschieden zu kurz. Die AfD hat zumindest real vorhandene Probleme benannt, wenn auch teilweise in extremer und politisch zugespitzter Form und ohne praktikable bzw. akzeptable Lösungsvorschläge, während die etablierten Parteien in erster Linie beschwichtigt haben. Jetzt gilt es zu handeln und zwar unter schnellstmöglichem Abbau der Defizite und Umsetzung der notwendigen strukturellen Reformen. Dabei sollten die Regierungsparteien vorangehen, statt sich von den Rechtspopulisten bzw. Rechtsextremisten treiben zu lassen. Das aktuell zur Entscheidung anstehende als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnete Maßnahmenpaket muss durch strukturelle Reformen ergänzt werden. Es ist im Übrigen natürlich nicht sakrosankt und keineswegs in Gänze untauglich, wenn einzelne Teile der 33 Bausteine verändert werden. Mut zu weitreichenden Entscheidungen ist das Gebot der Stunde. Noch verfügen die Regierungsparteien in der Bundesrepublik Deutschland über alle notwendigen Ressourcen, die Probleme zu lösen und voranzukommen. Sie haben die dafür notwendige gesetzgeberische Mehrheit und die volle Verantwortung.

Friedhelm Fragemann (langjähriger Fraktionsvorsitzender der Dorstener SPD-Stadtratsfraktion)

 

 

Veröffentlicht am 02.10.2026

 

Ein Blick in das städtische Portemonnaie: Da ist nix drin. Kommunalpolitik Dorsten: Jährlicher Kassensturz bestätigt weiteres Defizit

Kein Buch mit sieben Siegeln

Wer versucht den Bericht des Dorstener „Finanzministers“ Karsten Meyer auf einen Blick zu verstehen, gibt nach kurzer Zeit irritiert auf. Wir schlagen dazu nicht mal den offiziellen Haushaltsplan der Lippestadt auf, sondern nehmen den Bericht der Dorstener Zeitung am 22.9. zur Kenntnis. Danach beträgt das Defizit unserer Stadt 31 Mio. Euro. Die positive Nachricht: Es ist um einige Millionen geringer als erwartet. Die Vergnügungssteuer ist gesunken, dafür sind die Kosten für Eingliederungshilfen gestiegen. Die Einnahmen aus der Grundsteuer B fallen niedriger aus, dafür gibt es ein Plus bei der Gewerbesteuer. Dorstens Schuldenstand beträgt über 200 Mio. Euro. 2026 wurden neue Kredite in Höhe von 20 Mio. Euro aufgenommen. Alles klar? Auf den ersten Blick sind diese Zahlen, losgelöst von dem „Gesamtkunstwerk Haushalt“, wirklich irritierend. Aber gute Ratsmitglieder tauchen tief in diese Materie ein, um zu verstehen. Nur dann haben kommunalpolitische Aussagen und Forderungen der Parteien eine feste, seriöse Grundlage. Kommunalpolitik ist kein Buch mit sieben Siegeln, sondern verantwortungsvolle ehrenamtliche Arbeit. Wer Dorsten positiv weiterentwickeln will, muss den gesamten Dorstener Haushalt kennen. Fragen Sie mal Ihre Partei oder Ihr Ratsmitglied.

Rhader Nachdenkzeilen

Veröffentlicht am 01.10.2026

 

Stadtentwicklung Rhader Gedanken zur Dorstener Stadtentwicklung

Stadtbaurat Holger Lohse wechselt in den Ruhestand 

Wer mehr als 50 Jahre die Entwicklung der Stadt Dorsten und insbesondere die des Stadtteils Rhade begleitet hat, kommt an Holger Lohse nicht vorbei. Er hat mit seinem Team in den letzten 35 Jahren an unterschiedlichen Stellen Weichen im Rathaus und Stadtrat gestellt, um unseren Lebensmittelpunkt attraktiver, nachhaltiger, kurz, lebenswerter zu planen. Nun hat er fertig. Heute wird er an seinem letzten Arbeitstag im Rahmen einer Ratssitzung verabschiedet. Wir in Rhade sagen danke und erinnern an eine intensive, offene und jederzeit faire Zusammenarbeit. Dass es auch unterschiedliche Auffassungen gegeben hat, soll nicht unter den Teppich gekehrt werden. Rhade hat aber 2013 mit dem ersten Rahmenplan unter seiner Federführung lokale Stadtentwicklungsgeschichte geschrieben. Unsere  drei Zitate sollten bei seinem Nachfolger im Amt immer ganz oben auf der Tagesordnung stehen:

  • „Eine Stadt ist eine Gemeinschaft von Menschen, die zusammengekommen sind, um gut zu leben.“ – Aristoteles (philosophischer Grundgedanke der Stadtentwicklung)
  • „Zuerst formen wir unsere Städte, danach formen sie uns.“ – Jan Gehl (renommierter dänischer Stadtplaner)
  • „Städte haben die Fähigkeit, für jeden etwas zu bieten, aber nur, weil und wenn sie von jedem geschaffen werden.“ – Jane Jacobs (US-amerikanisch-kanadische Aktivistin und Autorin)

Veröffentlicht am 30.09.2026

 

Veranstaltungen Demenz: Krankheit annehmen - ohne Scham

Info-Veranstaltung im Café bELLIssimo weckt Rieseninteresse

Der große Raum im Café des Dorstener Elisabeth-Krankenhauses war schon vor Beginn der Veranstaltung komplett besetzt. Und es kamen immer mehr Interessenten, überwiegend Senioren, um an der Abendsprechstunde, die sich thematisch mit der Krankheit Demenz beschäftigte, teilzunehmen. Besonders berührend die Großmutter, Hand in Hand mit ihrer Enkelin auf dem Weg zum Vortrag. Das Bedürfnis, mehr über erste Anzeichen, Formen und Therapiemöglichkeiten der Demenz-Krankheit zu erfahren, war riesengroß. Chefarzt Dr. Thorsten Reiprich verstand es, locker und verständlich seine Zuhörer mitzunehmen, um sie für mehr Verständnis für eine zwar nicht heilbare, aber im Verlauf abzubremsende Krankheit zu gewinnen. Er beschrieb Anzeichen und Formen von Demenz, stellte unterschiedliche Therapieformen vor und warb eindringlich, den Erkrankten ohne Scham gegenüberzutreten. Begleitende und in der Regel (mit)leidende Familienangehörige empfahl er, auch persönliche Auszeiten einzuplanen und externe Hilfe anzunehmen. Seine Ausführungen über präventive Maßnahmen, wie z. B. Konzentrationstraining, strukturierter Tagesablauf, Musik- und Bewegungstherapie, wurden mit Nachfragen der Besucher bestens ergänzt. Auch bei bereits eingesetzter Krankheit helfen vorgestellte Medikamente, den Verlauf zu bremsen. Dr. Reiprichs Fazit, unübersehbar auf großer Leinwand eingespielt: „Demenz ist nicht heilbar, aber behandelbar“, erreichte die vielen Zuhörer und machte ihnen Mut, bei ersten Auffälligkeiten ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit den Anfangsbuchstaben des Wortes DEMENZ lässt sich folgende Eselsbrücke bilden: Die Erinnerung Möglichst Erhalten - Nur Zu!

Bericht eines Rhaders, der an der Sprechstunde, die im Rahmen der Dorstener Demenz-Woche stattfand, teilgenommen hat

Veröffentlicht am 29.09.2026

 

Umwelt Wie ein Schwamm: Regenwasser als Teil der Lösung für Städte

Stadt Dorsten war Gastgeberin des 11. Forums der Zukunftsinitiative Klima.Werk

Dieser Sommer hat es gezeigt, jeder konnte es sehen und spüren: Hitzerekorde und Dürre. Städte können aber so gestaltet werden, dass sie für die Folgen des Klimawandels besser gewappnet sind. Die Zukunftsinitiative Klima.Werk, zu der als erste Stadt aus dem Lippeverbandsgebiet auch Dorsten gehört, arbeitet nicht erst seit diesem Jahr daran.
Zu viel Regen auf einmal und in kürzester Zeit (Starkregen) oder lange Zeit gar kein Regen und Hitzestress: Mit diesen extremen Wetterphänomenen in Folge des Klimawandels sehen sich Städte und Menschen hier in der Region und deutschlandweit konfrontiert. „Ein anderer Umgang mit Regenwasser ist der Schlüssel für eine klimaangepasste Stadt", sagte Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten auf dem Forum.

In der Vergangenheit und vielfach auch heute noch lautete die Maxime: Regenwasser ist ein störendes Element, das muss weggeschafft werden über die Kanalisation. Heute wollen wir es in Fläche und vor Ort halten." Wenn Regenwasser versickern kann, gespeichert und genutzt wird (Schwammstadt), dann hat das eine positive Auswirkung auf die Stadtgestaltung: mehr Grün, mehr Frischluft, mehr Kühlung, eine bessere Vorsorge für Überflutungen.
Zu Gast waren in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler aus dem Geografie-Leistungskurs des Dorstener Gymnasium Petrinum, die sich bereits vor den Sommerferien in einer Projektwoche mit klimaresilienten Schulhöfen beschäftigt haben. Ihre Ergebnisse stellten sie am zweiten Tag des Forums dem Plenum aus Verwaltungs-Mitarbeitenden vor: mehr Grün auf dem Schulhof, mehr Schattenplätze (z.B. mit Hilfe von Sonnensegeln), mehr Bäume und Hitzeschutz am Gebäude wünschen sich die Schülerinnen und Schüler.

Auszug aus der Pressemitteilung des Lippeverbandes vom 17.9.2026. Vergleiche dazu den Text auf dieser Internetseite "Wir waren schon mal viel weiter" vom 15.09.2026

Veröffentlicht am 28.09.2026

 

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"Wir können Städte planen und bauen - aber die Menschen bringen die Wärme"

Holger Lohse, Dorstener Stadtbaurat a. D. Im Interview mit der Dorstener Zeitung

 

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