3 Fragen - 3 Antworten: Flüchtlinge in Dorsten

Gesellschaft

Stadt Dorsten beantwortet Fragen der Rhader SPD zur Flüchtlingsproblematik

Das internationale Flüchtlingsproblem macht vor der Lippestadt nicht halt. Hilfesuchende Menschen müssen untergebracht, versorgt und betreut werden. Eine Mammutaufgabe für jede Verwaltung. Wir fragen, ob die überall diskutierte Problematik in unserer Stadt amtlich bewältigt wird und ob es für diese, häufig traumatisierten Menschen eine Perspektive gibt: 

1. Wie viele Flüchtlinge aus welchen Ländern leben zurzeit in Dorsten und wie lange bleiben sie durchschnittlich in den Dorstener Unterkünften?

Antwort: In Dorsten leben zurzeit 502 Flüchtlinge/Asylbewerber, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. 275 Personen sind in städtischen Unterkünften untergebracht; 227 Personen leben in privatem Wohnraum. Die Menschen kommen aus 34 verschiedenen Ländern. Hauptherkunftsländer sind Albanien (75), Serbien und Montenegro (68), Mazedonien (64), Syrien (41), Kosovo (33), Eritrea (23) und Algerien (21). In den letzten drei Jahren sind insbesondere auch die Zahlen von so genannten „Wirtschaftsflüchtlingen“ angestiegen. Diese Gruppe unter den Asylsuchenden macht aktuell rund zwei Drittel der Flüchtlinge in NRW aus. Häufig handelt es sich dabei um s. g. „Folgeantragssteller“ (d.h. Antragssteller, die zum wiederholten Male einen Asylantrag gestellt haben). Wirtschaftliche Not ist durch das Grundgesetz als Asylgrund nicht anerkannt, daher werden insbesondere die Anträge auf Asyl von Flüchtlingen aus „sicheren Drittstaaten“ (etwa Serbien und Montenegro, Mazedonien oder Kosovo) mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht anerkannt. Viele reisen nach einigen Monaten freiwillig wieder aus oder werden Deutschland wieder verlassen müssen. Die durchschnittliche Verweildauer in den Unterkünften kann nicht präzise benannt werden. Diese hängt vom Status der Asylbewerber (Personen aus sicheren Drittstaaten dürfen grundsätzlich keinen privaten Wohnraum anmieten) und von der Anzahl der Personen ab. Bei Familien gelingt es in den meisten Fällen relativ schnell (innerhalb von vier bis fünf Monaten), privaten Wohnraum anzumieten. Alleinstehende haben es deutlich schwerer, weil auf dem Dorstener Wohnungsmarkt nur begrenzt kleine Wohnungen zur Verfügung stehen. Im Übrigen hängt die Verweildauer davon ab, in welchem Zeitraum die Asylverfahren abgeschlossen werden und gegebenenfalls eine freiwillige Rückkehr oder eine Abschiebung der Personen erfolgt. 

  1. Gibt es neben der „amtlichen“ Pflichthilfe auch solidarische Unterstützung aus der Bevölkerung? Zum Beispiel von Kirchengemeinden, Parteien, Bürgerinitiativen, Einzelpersonen?

Antwort: Es wird von verschiedenen Stellen Unterstützung und Hilfe für den Personenkreis angeboten und geleistet. Dies sind zum Beispiel 

  • die Flüchtlingsbetreuung des Caritasverbandes
  • der Migrationsdienst des Caritasverbandes
  • das Migrationsreferat der evangelischen Kirchengemeinden Dorsten
  • als Pilotprojekt Sprachkurse für Asylbewerber in der VHS
  • das Dorstener Integrationsforum
  • ca. 25 Integrationslotsen
  • die Kirchengemeinde St. Bonifatius
  • ehrenamtliche Personen, die niederschwellige Sprachkurse für Flüchtlinge in größeren Unterkünften und in Räumen der VHS anbieten
  • ehrenamtliche Personen, die Spielnachmittage für Flüchtlingskinder anbieten
  • die Agentur für Ehrenamt
  1. Gibt es einen „Aufruf“ der Verwaltung und des Stadtrates an die Dorstener Bürgerinnen und Bürger, zu unterstützen und zu helfen? Wenn ja, wie lautet dieser?

Antwort: Einen allgemeinen Aufruf der Verwaltung und des Rates an die Dorstener Bürgerinnen und Bürger gibt es nicht. Die Stadt Dorsten hat sich schon vor Jahren dazu entschieden, ehrenamtliche Personen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren möchten, zu Integrationslotsen auszubilden. Hierzu hat es in der Vergangenheit mehrere Aufrufe gegeben. Es ist geplant, nach den Sommerferien für interessierte Personen erneut eine Qualifizierung zum „I-Lotsen“ anzubieten. Hierzu wird es noch eine öffentliche Information (Zeitung, Internetseite der Stadt Dorsten) geben. Die Begleitung der I-Lotsen erfolgt durch die Agentur für Ehrenamt und die Flüchtlingsbetreuung des Caritasverbandes. Unabhängig von der Ausbildung zum I-Lotsen erfolgen seit längerer Zeit entsprechende Informationen interessierter Gruppen. Zum Beispiel wurde in der Wulfen-Konferenz, in der Hervest-Konferenz, beim Ortsverein der SPD in Wulfen und bei verschiedenen anderen Gruppen über den jeweils aktuellen Sachstand informiert.

www.spd-rhade.de sagt DANKE für die Beantwortung der Fragen

 

 
 

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