3 Fragen an Hubert Krampe: Heute Teil 2

Arbeit und Wirtschaft

Vorgestern war es die Gülle, gestern die Tierhaltung, heute der Milchpreisverfall. Und morgen? Die Landwirte, auch aus Rhade, haben es nicht einfach, in der öffentlichen Meinung so wahr genommen zu werden, wie sie es gerne sähen. Wir geben Hubert Krampe Gelegenheit, auf 3 Fragen zu antworten. Heute Teil 2.

2. Frage: In unserer geltenden (sozialen) Marktwirtschaft regeln Angebot und Nachfrage die Preise. Fordert die Landwirtschaft eine Sonderstellung?

Hubert Krampe: Selbstverständlich unterliegen auch die landw. Produkte den Gesetzen des Marktes. Das merken wir wie oben beschrieben, augenblicklich schmerzlich bei der Milch. Die Landwirtschaft möchte hier auch keine Sonderstellung. Was aber festzustellen ist, so unterliegen unsere Produkte immer mehr dem marktgeschehen des Weltmarktes. Bei Milcherzeugnissen werden von Deutschland 40% exportiert und ebensoviel importiert. Somit wirken sich Wechselkurse, klimatische und politische Ereignisse meist sofort auch auf unseren Märkten aus. Dies bewirkt auch ein Auf und Ab der Preise vor Ort. Das dieses Preistal z.Zt.aber so lange anhält und wenig Aussicht auf kurzfristige Besserung ist, macht uns doch

sehr große Sorgen.

Auch noch besorgniserregend ist, die Konzentration der Handelsseite. Fünf Discounter bestimmen 80% des Lebensmittelhandels. Jeder dieser versucht hier durch Sonderangebote im Frischebereich den Kunden möglichst oft in seinen Laden zu bekommen um auch anderes zu verkaufen. Da es sich dabei meist um Fleisch und Milchprodukte handelt, ist dieses Segment einem starkem Preisdruck ausgesetzt. Dieser Marktmacht haben wir von Erzeugerseite nichts entgegenzu setzen. So verkommen unsere mit viel Aufwand produzierten guten und gesunden Produkte oft zu Ramschware. Trotz aller Beteuerungen des Verbrauchers, er würde auch gerne etwas mehr für Lebensmittel ausgeben, ist der Trend zum Discounter steigend.

Morgen folgt Teil 3 

 
 

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