Der arabische Frühling hat Chaos und Elend verursacht. Unsere westlichen Demokratie-Werte lassen sich nicht 1:1 exportieren. Militärisch schon gar nicht. Irak, Libyen, Syrien … Mord, Totschlag, Folter, Armut, Korruption, Flüchtlinge – das ist die bittere Bilanz. Nachdem Moskau in Syrien direkt eingegriffen hat, ist der Konflikt zum Stellvertreterkrieg der Großmächte mutiert. Dass die Millionen Flüchtlinge, die u. a. in der Türkei, Libanon und Jordanien dahinvegetieren, auch als Druckmittel des Nachgebens, des Kompromisses gegenüber der EU und den Vereinigten Staaten missbraucht werden können, drängt sich nach den dramatischen Fluchtbewegungen, nach dem "Durchreichen" der Ärmsten der Armen von Land zu Land in Richtung Germany, förmlich auf. Der Türkei wird hofiert, mit Moskau wird wieder auf Augenhöhe verhandelt, Iran erlebt besondere Wertschätzung. Die Folge: Die EU bricht auseinander, Partner werden zu politischen Gegnern, ein Rechtsruck in der EU ist in vollem Gange. Die Annahme, dass diese „Destabilisierung“ von außen gesteuert und gewollt ist, könnte als Verschwörungstheorie abgetan werden. Vielleicht ist es aber doch ein Stück bittere globale Realpolitik.
Ein Kommentar aus Rhade