Bekenntnis eines Rhader Sozialdemokraten
Die Mitgliedschaft in einer Partei ist freiwillig. In einer großen Volkspartei fällt es manchmal schwer, die unterschiedlichen Personen, Ideen, Gedanken und Beschlüsse, zu akzeptieren, sprich, nach außen irgendwie zu vertreten. So auch in der SPD. Dennoch hat es Charme, dabei zu sein und mit seiner eigenen Meinung nicht hinter den Berg halten zu müssen.
Verlässt einer die Partei, beginnen die Selbstzweifel, ob man persönlich alles richtig gemacht hat.
„Es muss doch möglich sein, bei dieser Meinungsbandbreite, alle bei der Stange zu halten“, so die Theorie.
Heute lese ich, dass Wolfgang Clement, früherer Ministerpräsident in NRW, Herrn Lindner von der FDP im Landtagswahlkampf beratend zur Seite stehen will.
Herr Clement war auch mal in der SPD. Und ich habe für ihn Wahlkampf gemacht, damit er auf der politischen Karriereleiter immer weiter nach oben kommt.
Er war dabei überwiegend arrogant, hochnäsig, schnoddrig, besserwisserisch.
Er hatte er zwar meine Unterstützung, war ja Sozi wie ich, aber nie meine uneingeschränkte Sympathie.
Heute freue ich mich ohne irgendwelche Reue, dass er nicht mehr einer von uns ist.
Er, der heute einer der größten Lobbyisten der Atomindustrie ist, bei RWE steht er auf der Gehaltsliste, hat inzwischen jegliches Gespür für politischen Anstand verloren.
Oder hat er sich gar nicht geändert?
Egal, bei uns kann er nichts mehr kaputt machen.
Ich bin zufrieden.
Dirk Hartwich