Dorsten: Dauerbaustelle Schule

Schule und Bildung

Weniger Schüler = weniger Schulraum

Seit Jahrzehnten wird über die „richtige“ Schulpolitik, auch in Dorsten gestritten. Ideologische Grabenkämpfe vergiften immer wieder das Klima. Leidtragende sind nicht selten die Kinder, die auch schon mal als „Versuchskaninchen“ bezeichnet werden.

Obwohl „alle Welt“ unser Schulsystem, das sich mehrere Schultypen parallel leistet, als überholt bezeichnet, halten wir daran fest. Mit überholt ist in erster Linie gemeint, dass die Integration von Migrantenkindern und Schulpflichtigen aus einfachen und prekären Verhältnissen partout nicht gelingen will. Die Chancengleichheit ist nicht gewahrt. Die Statistik über höhere Schulabschlüsse weist nach wie vor einen riesigen Vorteil für Kinder aus „behütetem, gut situiertem Milieu“ aus. Leisten können wir uns das eigentlich nicht. Der Demografiewandel zwingt uns nämlich, „kein Kind zurückzulassen“, wie es Hannelore Kraft auf den Punkt gebracht hat.

Demografiewandel heißt, nicht nur älter zu werden, sondern auch dramatisch weniger. In Dorsten müssen also auch Schulen geschlossen werden.

Lassen wir mal die Grundschulen außen vor. „Kurze Beine – kurze Wege“, das lässt zu Recht keinen Spielraum zu. Dass es dann als erstes die Hauptschulen trifft, verwundert eigentlich nicht. Die Nachfrage ist regelrecht eingebrochen. Die zurückgehende Schülerzahl kommt dazu. Als nächstes rücken die Realschulen in den Focus. Neue Namen wie Sekundarschule lösen letztlich nicht das Problem: Weniger Schüler = weniger Schulraum.

Dennoch eine gute Gelegenheit, die gesamte Schullandschaft auf den Prüfstand zu stellen. Der Schulentwicklungsplan der Stadt liefert  dazu die nötigen Daten.

Die Schlussfolgerungen müssen aber von den Ratsmitgliedern beschlossen und die Akzeptanz der Eltern gewonnen werden.

Da ist es nicht besonders hilfreich, wenn sich einige bereits jetzt öffentlich, begleitet von der veröffentlichten Meinung, weit aus dem Fenster lehnen, um für den „Bestandsschutz“ eines privaten Schulträgers einzutreten. Am Anfang steht die Analyse, dann folgt die Diskussion, am Ende die Entscheidung.

Welche Schule, welcher Schultyp muss bei zurückgehenden Schülerzahlen aufgegeben werden? Eine spannende Frage auf der „Dauerbaustelle Schule“ in Dorsten.

Eigener Bericht

 
 

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